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Angstverhalten bei
Hunden
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Angst ist eine höchst
individuelle Angelegenheit!
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Angst ist
ein von der Natur vorgegebenes Reaktionsmuster,
das dazu dient, Gefahren zu erkennen und adäquat
auf sie zu reagieren. Man könnte Angst
als ein körpereigenes Alarmsystem beschreiben,
das uns in die Lage versetzt, rechtzeitig
zu flüchten, oder gegen die Gefahr zu
kämpfen. Dies gilt für Hunde genau
so wie für Menschen. Angst ist also eine
lebenswichtige und natürliche Reaktion.
Informationen, Tipps und Hintergründe
zu Angstverhalten bei Hunden
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Angstverhalten bei Hunden
Angst ist ein von der Natur vorgegebenes Reaktionsmuster,
das dazu dient, Gefahren zu erkennen und adäquat
auf sie zu reagieren. Man könnte Angst
als ein körpereigenes Alarmsystem
beschreiben, das uns in die Lage versetzt,
rechtzeitig zu flüchten, oder gegen die
Gefahr zu kämpfen. Dies gilt für
Hunde genau so wie für Menschen. Angst
ist also eine lebenswichtige und natürliche
Reaktion.
Die körperlichen Prozesse und die starke
Erregung, die mit Angst einhergehen, setzen
bei jeder Angstreaktion ein. Auch wenn ein
Hund nicht mit einem Gegner kämpfen oder
vor einer Gefahr flüchten muss, löst
sein Alarmsystem die Abläufe der so genannten
Kampf-Flucht-Reaktion aus. Also
auch, wenn der Hund allein in der Wohnung
Angst hat, oder sich z. B. vor Fahrrädern
fürchtet, sagt ihm sein Alarmsystem:
Versteck dich! Flüchte! Und wenn
du das nicht kannst, dann kämpfe.
Und das tut er dann auch.
Aus lauter Panik, Angst und auch Frustration
(zum Beispiel aus Verlassensangst, wenn Hunde
alleine gelassen werden oder aus Frustration,
weil Hunde gelangweilt sind) kommen so dann
manchmal auch zerfetzte Sofas, zernagte Schuhe
und sogar Angriffe auf Personen (Angstaggression,
dazu mehr weiter unten im Artikel) zustande.
Viele Verhaltensweisen, die ängstliche
Hunde zeigen, können wir erklären.
Aber ebenso viele Ausprägungen von Angstverhaltensweisen
scheinen Hundehaltern und auch Trainern unerklärlich.
Angstverhalten ist ein kompliziertes Gebilde,
da sich verschiedene Verhaltenskreise von
Hunden überschneiden können und
sich dann auch nicht in feste Kategorien zwängen
lassen.
Ängstliche Hunde können uns ihre
Angst-Erfahrungswelt auch nicht so schildern,
wie wir es von Menschen in Therapiesituationen
kennen. Also wissen wir nicht immer, welche
Maßnahmen und Therapiemethoden im Einzelfall
erfolgreich sein können.
Können wir überhaupt Maßstäbe
aus der menschlichen Angst-Erlebniswelt anwenden
und was ist mit den therapeutischen Möglichkeiten?
Ist es überhaupt Angst oder ist es Furcht?
Oder eine Phobie? Angstverhalten bei Hunden
stellt uns vor viele Rätsel.
Nur eine Sache wissen wir sicher: Angst
ist eine höchst individuelle Angelegenheit!
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der Blick sagt alles...
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Kann ein Hund grundlos Angst haben?
Uns erscheint unsere Wohnung sicher; niemand
Fremdes kann hinein, alles ist gut und friedlich.
Es gibt keinen Grund, in dieser Wohnung Angst
zu haben! Deshalb ist es schwer zu verstehen,
warum der Hund beispielsweise in der Wohnung
Angst hat, wenn er dort allein ist. Es ist
doch seine vertraute Umgebung! Oder: wir Menschen
wissen genau, dass weder von Joggern, noch
von alten Herren mit Hut und Stock eine Gefahr
ausgeht. Trotzdem gibt es viele Hunde, die
vor ihnen Angst haben.
Laute Geräusche sind sicherlich manchmal unangenehm,
aber man muss vor einem Knall oder einem Gewitter
doch keine Angst haben! Autofahren ist eine
prima Angelegenheit. Man kommt schnell, warm
und trocken von A nach B. Also, kein Grund,
sich im Auto zu fürchten!
Sind Hunde dumm, dass sie so grundlos Angst
haben? Natürlich nicht und ihre Angst ist
nie grundlos. Wir müssen uns ein wenig mit
dem natürlichen Hundeverhalten befassen, um
zu verstehen, warum das Angstverhalten des
Hundes sinnvoll und wichtig ist.
Angst ist auch ein Lernprozess
Angst vor bestimmten Dingen oder in bestimmten
Situationen zu haben, ist unter anderem das
Ergebnis eines lebenswichtigen Lernprozesses.
Gut zu erklären ist dies mit einem viel zitierten
wissenschaftlichen Experiment, dem „Pawlowschen
Hund“. Iwan P. Pawlow, ein russischer
Physiologe, machte folgenden Versuch: Zunächst
stellte er fest, dass sein Hund beim Anblick
des Futters Speichel absonderte. Eine von
der Natur angelegte Reaktion zur Vorbereitung
auf die Nahrungsaufnahme, die jeder Hundehalter
kennt. Außerdem stellte er fest, dass der
Hund auf das Klingeln eines Glöckchens nicht
mit Speichelabsonderung reagierte. Wozu auch?
So weit, so logisch. Nun ließ Pawlow aber
immer dann das Glöckchen klingeln, wenn er
dem Hund das Futter hinstellte. Und nach kurzer
Zeit zeigte sich das Resultat: Der Hund sonderte
jedes Mal Speichel ab, wenn er das Glöckchen
hörte - selbst wenn es dazu gar kein Futter
gab. Diesen Vorgang nennen Lernpsychologen
klassische
Konditionierung.
Genau mit diesem und verwandten Reaktionsmustern
können Sitz, Platz,
Hier, Pfui und eben
auch Ängste erlernt werden.
Wenn der Hund eine bestimmte Situation gleichzeitig
mit einer beängstigenden oder quälenden
Wahrnehmung oder sogar Schmerz erleben muss,
kann er die Situation mit dem Gefühl
Angst verknüpfen. Später
wird er dann in ähnlichen Situationen
Angst empfinden, auch wenn er keine Schmerzen
hat und nicht bedroht wird.
Es reicht unter Umständen ein einziges
traumatisches Erlebnis, um bei einem Hund
eine tief sitzende Angst zu manifestieren.
Die Folge: das Verhaltensprogramm Angst
läuft dann in ähnlichen Situationen
sozusagen automatisch ab. In der Wildnis macht
dieser Mechanismus durchaus Sinn. So lernen
wild lebende Tiere, vor welchen Dingen und
Situationen sie sich in Acht nehmen müssen;
sie lernen das Überleben unter anderem
durch das Hilfsmittel Angst.
Ängste - Definitionen und Ausprägungen?
Aus unserer menschlichen Sicht können
wir zwischen den nützlichen Ängsten
und den behindernden Ängsten unterscheiden.
Sehr nützlich ist es zum Beispiel, wenn
ein Hund in südlichen Ländern Angst
vor Schlangen hat oder ein frei laufender
Hund wegläuft, wenn ein Auto schnell
auf ihn zu fährt.
Behindernd ist Angst, wenn so genannte Fehlverknüpfungen
stattgefunden haben. Dies passiert zum Beispiel
häufig bei Hunden, die einen Weidezaun
berühren und einen elektrischen Schlag
bekommen. Viele Hunde haben im Anschluss an
dieses Erlebnis Angst vor dem Vieh, auf das
zum Zeitpunkt des Schrecks ihre Aufmerksamkeit
gerichtet war, nicht vor dem Zaun. Das ist
ein Beispiel für eine klassische Fehlverknüpfung.
Tipp: Woran Sie Fehlverknüpfungen
erkennen können.
Ein Beispiel: Ihr Hund zeigt ganz
plötzlich, ohne für Sie erkennbare
Auslöser, ein rätselhaftes (z. B.
schreckhaftes) Verhalten. In solchen Situationen
können Sie probieren, die Situation genau
zu analysieren: Wer oder was war anwesend?
Welche Geräusche waren zu hören?
Gab es Gerüche, die ungewöhnlich
waren?
Versuchen Sie dabei mal, in die Sinneswelt
der Hunde einzutauchen: Hunde sehen (im Verhältnis
zu uns Menschen) sehr schlecht, können
z. B. in anderen (höheren) Frequenzbereichen
wesentlich besser hören, riechen um ein
Vielfaches besser und sind sogar in der Lage,
für uns nicht wahrnehmbare Stoffwechselprozesse
(z. B. Angstschweiß oder Stimmungswechsel)
sehr genau wahrzunehmen.
Plötzlich auftretende Angstreaktionen
können grundsätzlich auch Zeichen
für Fehlverknüpfungen sein!
Behindernde Ängste werden auch
Phobien genannt. Kennzeichnend für
eine Phobie ist, dass der Gegenstand oder
die Situation, die mit Angst besetzt sind,
eigentlich gar keine Gefahren darstellen.
Phobien sind im Grunde nicht schwer zu therapieren,
denn alles Erlernte kann auch wieder verlernt
werden.
Eine Phobie die nicht oder falsch behandelt
wird, kann dagegen recht weitgreifende Folgen
haben. Phobien können die fatale Eigenschaft
haben, sich zu verselbständigen und Folgeverhalten
zu beeinflussen.
Wo der Welpe am Anfang nur Angst hatte, auf
den Arm genommen zu werden, hat der heranwachsende
Hund mit der Zeit auch Angst, eine Treppe
hinauf zu gehen und ist völlig außerstande,
eine Brücke zu überqueren. Eine
anfängliche Angst vor Knallern kann sich
unter Umständen zu einer Panik vor jedem
plötzlichen Geräusch auswachsen.
Tipp: Sie oder Ihre Trainer haben ein
Angstverhalten festgestellt. Bevor
Sie irgendeine Therapie anwenden, hier die
allerwichtigste, erste Maßnahme: Vermeiden
Sie möglichst jede neue Problemsituation!
Gehen Sie den Auslösern von Problemverhalten
aus dem Weg!
Denn: angstauslösende Reize wirken
in falscher Dosierung auf Verhalten sehr häufig
selbstbestätigend. Es tritt dann also
bei wiederholter Konfrontation mit dem Angstauslöser
keine Gewöhnung oder Linderung ein, sondern
das Angstverhalten wird verstärkt.Anders
ist das bei der so genannten Desensibilisierung,
die eine wirksame Therapie bei Angstverhalten
sein kann; diese sollte aber nur mit verhaltenstherapeutischer
Betreuung durchgeführt werden. Mehr dazu
im zweiten Teil.
Im Unterschied zu Phobien gibt es auch die
so genannte generalisierte Angst. In
diesem traurigen Zustand hat der Hund gelernt,
dass einfach alles im Leben bedrohlich ist.
In eine generalisierte Angst können Hunde
zum Beispiel geraten, wenn bei ihnen das Reaktionssystem
Angst so häufig hintereinander ausgelöst
wurde, dass es nach einer Weile schon bei
ganz geringen Anlässen oder bei jeder
Veränderung in der Umwelt in Gang kommt.
Solche Hunde zu therapieren, ist sehr
stark abhängig vom Alter des Tieres
kompliziert und manchmal sogar unmöglich. |
Diese Kettenhündin
hat panische Angst vor allem und jedem
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Beispiel: Volta
Teil 1
Volta ist eine Labrador-Hündin, die mit
vier Jahren von Tierschützern aus den
Händen eines üblen Vermehrers befreit
wurde. Die Hündin wurde nur zur Zucht
missbraucht und verbrachte Jahre in einem
dunklen Verschlag. Eine Familie mit Problemhundeerfahrung
nahm die Hündin auf. Volta war aber nicht
in der Lage, sich in der neu gewonnenen Sicherheit
zurecht zu finden. Sie verweigerte jeden Kontakt
und verkroch sich in der Küche. Nahrung
nahm sie anfangs nicht an.
Erst als die Leute feststellen, dass Volta
nur nachts fraß, probierten sie, das
Fenster in der Küche zu verdunkeln. Die
Hündin fraß so auch tagsüber,
aber es durften keine Menschen in der Nähe
sein und die Türen mussten geschlossen
sein. Sobald ein Mensch auch nur in ihre Nähe
kam, kotete und urinierte sie vor Angst.
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| Gründe
für Angst |
Unzureichende Sozialisierung
Im Alter von ca. 4 bis 14 Wochen (je nach
Rasse und Lebenssituation variieren diese
Altersangaben) befindet sich der Welpe in
einer so genannten sensiblen Phase, in der
er besonders empfänglich und neugierig
auf seine Umwelt reagiert. Die Phase nennt
man auch Prägephase. In dieser
Phase werden soziale Kontakte und Umweltreize,
mit denen der Hund in dieser Zeit neutrale
oder positive Erfahrungen macht, in das Bild
seiner normalen und nicht bedrohlichen Umwelt
integriert.
Prägephase? Da war doch was
? Ja,
richtig: Konrad Lorenz und die Graugänse
jeder hat doch schon mal davon gelesen
oder gehört. Und es ist durchaus ein
Vergleich statthaft, nur mit dem Unterschied,
dass die Prägephase bei Hunden wesentlich
länger dauert als bei Gänsen. Außerdem
können Gänse auch besser fliegen
;-)
Dinge, Situationen oder Lebewesen, die ein
Hund in dieser Zeit nicht kennen lernt, werden
von ihm später unter Umständen als
Störfaktoren in seiner Umwelt betrachtet,
die es zu vertreiben oder zu meiden gilt.
Tipp: Woran kann ich den Sozialisierungsstatus
meines Hundes erkennen?
Wenn der Hund auf Reize in seiner Umwelt ungewöhnlich
heftig oder oft schreckhaft reagiert, wie
zum Beispiel auf Geräusche, Autos oder
Personen, dann könnte es an einer fehlenden
Sozialisierung liegen. Angst und Meideverhalten
sind weitere häufige Anzeichen einer
mangelnden Gewöhnung in der Prägephase.
Wie verhalte ich mich am besten, wenn
ich sehe, dass mein Hund schreckhaft auf Teile
seiner Umwelt reagiert?
Wichtigster Tipp: Nehmen Sie Rücksicht!
Wenn Sie bei Ihrem Hund ängstliches
Verhalten, Meideverhalten oder Schreckhaftigkeit
vor bestimmten, für Sie erkennbare Situationen
oder Reizen wahrnehmen, dann gehen Sie diesen
Reizen vorerst möglichst aus dem Weg.
Ersparen Sie dem Vierbeiner wenn möglich
den Stress! Vergessen Sie Tipps wie Da
muss er durch! oder Da muss er
sich dran gewöhnen!. Wirklich rücksichtsvoll
und konstruktiv ist es, wenn Sie Problemsituationen
behutsam angehen und Ihrem vierbeinigen Gefährten
erst einmal die nötige Sicherheit durch
Ihre Nähe vermitteln.
Natürlich lässt sich auf eine unzureichende
Sozialisierung in bestimmten Maße und
unter bestimmten Voraussetzungen auch später
noch Einfluss nehmen, doch zu keinem späteren
Zeitpunkt seiner Entwicklungsphase wird ein
Hund die Möglichkeit haben, sich an seine
Umwelt so anzupassen (also Menschen, Kinder,
Katzen, Pferde, Autos, Geräusche, u.
v. m. kennen zu lernen), wie in dieser Lebensphase.
Fehler oder verpasste Möglichkeiten
während der sensiblen Phase sind daher
gewöhnlich nicht mehr reversibel. |
Diese Welpen sind in einem
Erdloch auf einer umzäunten Baustelle
in Korinth (Golf von Korinth, Griechenland)
groß geworden. Kein Kontakt zu Menschen,
kaum Kontakt zu anderen visuellen Umweltreizen
und kaum Kontakt zu anderen Artgenossen
oder anderen Vierbeinern.
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| Negative Erfahrungen
und Traumata |
Dieser Kettenhund hat einfach
Angst vor Menschen, weil er von seinem Besitzer
schlecht behandelt bzw. misshandelt wird
|
Hunde lernen vor
allem über die Verknüpfung
von Empfindungen mit Situationen, Dingen und
Lebewesen. Beispiel: Ein Hund, dessen Rute
in einer Autotür eingeklemmt wurde, kann
den wahrgenommenen Schmerz mit allen möglichen
Dingen, die er in diesem Moment ebenfalls
wahrgenommen hat, verknüpfen.
Beispiel Laura:
Als Welpe ist sie von einem seriösen
Züchter zu einer Familie gekommen. Obwohl
sie laut. Auskunft der Besitzer nie negativen
Kontakt zu älteren Menschen mit Handwägelchen
hatte, entwickelte sie eine panische Angst
vor dieser oder ähnlich aussehenden Personengruppen.
Nach ausführlichen Gesprächen (mit
den Kindern!) stellte sich heraus, dass Lauras
Schwanz auf einem Supermarktparkplatz mal
in der Kofferraumtür eingeklemmt wurde.
Die Kinder hatten beobachtet, dass genau in
diesem Moment eine ältere Dame mit Handwägelchen
ihre Aufmerksamkeit auf die Hündin richtete.
Eine Verkettung von unglücklichen Situationen
führte in diesem Moment also dazu, dass
Laura den Schmerz mit der Zuwendung dieser
zufällig gerade anwesenden Person verknüpfte.
Dieses Beispiel zeigt sehr schön, dass
es später oft schwierig ist herauszufinden,
warum der Hund vor diesem oder jenem Angst
hat. Wir merken nicht immer, welche Dinge
er miteinander verknüpft und manchmal
befinden sie sich auch außerhalb unserer
Wahrnehmungsmöglichkeiten (Geräusche,
Gerüche).
Sind bestimmte Dinge oder Situationen erst
einmal mit der Erfahrung von Schmerz oder
Schreck in Zusammenhang gebracht worden, lässt
sich diese Einheit nur schwer wieder auflösen.
Besonders problematisch ist die Tatsache,
dass solche Verknüpfungen sich immer
weiter auf immer mehr Dinge ausbreiten können.
Im Falle des oben beschriebenen Hundes kann
es z. B. passieren, dass er sich nun vor einer
unvorhergesehen um die Ecke kommenden älteren
Frau mit Handwägelchen erschreckt und
im selben Moment ein Bus vorbeifährt.
Der Schreck vor der älteren Frau wird
nun evtl. auch mit dem Bus in Verbindung gebracht
und fortan wird dieser Hund möglicherweise
auch Angst vor Bussen haben. Im Laufe der
Zeit macht er die Erfahrung, dass die gefürchteten
Busse häufig mit Personengruppen in Verbindung
stehen, die ein oder aussteigen und nun werden
vielleicht auch Ansammlungen mehrerer Personen
zu Angstauslösern.
Bei sehr sensiblen Hunden können negative
Erfahrungen und Traumata auf diese Art zu
Selbstläufern werden, die fortlaufend
neue Negativverknüpfungen entstehen lassen.
Nach und nach werden immer mehr Bereiche im
Alltag des Hundes mit Angst besetzt, so dass
es Hund und Halter zunehmend unmöglicher
wird, die Angst durch Meidung bestimmter Situationen
zu verhindern. In solchen Fällen ist
eine Verhaltenstherapie unumgänglich,
um stressbedingten gesundheitliche Schäden
des Hundes vorzubeugen.
Tipp: Löschen von negativen Früherfahrungen
oder Fehlverknüpfungen:
Sollten Sie oder Ihr Hundetrainer eine
solche Fehlverknüpfung bzw. negative
Früherfahrung eindeutig erkannt haben,
ist es unter Umständen möglich,
diese durch eine so genannte Gegenkonditionierung
(oder: Extinktion) zu lindern oder sogar
zu löschen.
Dabei wird diese Verknüpfung sozusagen
umgepolt; einfach ausgedrückt: der angstauslösende
Reiz wird ganz vorsichtig, sehr langsam
und behutsam in Verbindung mit positiven
Situationen/Bestärkungen/Belohnungen
präsentiert, mit dem Ziel, dass der Hund
später mal auf den früher negativ
wirkenden Reiz neutral oder sogar positiv
reagiert.
Führen Sie das ausschließlich
mit Ihrem Hundetrainer oder Verhaltenstherapeuten
durch!
Fehlverknüpfungen bei Ausbildung mittels
aversiver Methoden
Leider wird in der Ausbildung und Erziehung
von Hunden immer noch sehr häufig auf
Methoden zurück gegriffen wird, die den
Hund durch Schmerz oder Schreck zum Vermeiden
unerwünschten
Verhaltens bringen sollen. Unzählig sind
die Fälle von Hunden, die aufgrund falscher
oder falsch ausgeführter Trainingsmethoden
angstbedingtes Problemverhalten erst recht
zeigen.
DAS Negativbeispiel: Einige Hunde fürchten
sich, in der Gegenwart ihrer Halter zu urinieren
oder Kot abzusetzen, weil sie als Welpe für
eine Pfütze oder ein großes Geschäft
auf dem Teppich die Zeitung zu spüren
bekamen oder mit der üblen Schnauze-ins-Geschäft-Methode
malträtiert wurden. Manche von ihnen
halten deshalb ihre Ausscheidungsprodukte
während des Spaziergangs ein und verstecken
sich anschließend in der Wohnung, um
sich an einer heimlichen Stelle zu lösen.
Noch zahlreicher sind die Fälle von Hunden,
die Angst oder Angstaggression gegenüber
Artgenossen zeigen, weil sie von ihrem Halter
als Junghund körperlich bestraft oder
angeschrien wurden, als sie neugierig auf
einen potentiellen Spielkameraden zuliefen
und dabei die Komm"-Rufe ihres
Besitzers nicht befolgten. Die negative Erfahrung
der Strafe haben sie nicht mit ihrem Ungehorsam"
verknüpft, sondern mit dem, worauf ihr
Fokus gerade gerichtet war, dem anderen Hund.
Besonders dramatisch können Fehlverknüpfungen
beim Einsatz von Reizstromgeräten (Teletak-Halsband)
sein. Es gibt Fälle, in denen der Hund
den Schreck und den Schmerz, der von dem Halsband
ausging, nicht nur mit dem Kaninchen, welches
er gerade verfolgte, sondern z. B. auch mit
dem freien schnellen Lauf an sich verknüpft
hat.
Dies kann dazu führen, dass solche Hunde
fortan soviel Angst vor freier Bewegung spüren,
dass ein ausgelassenes Spiel über eine
freie Wiese nicht mehr möglich ist. Auch
die stromfreien Alternativen dieser Halsbänder
sind problematisch und wir empfehlen, einen
großen Bogen um diese Dinger zu
machen. Solche Halsbänder arbeiten mit
Luftdruckstößen, Zitronengeruchszerstäubern
oder Tonsignalen. Sie fügen dem Hund
zwar keinen Schmerz zu, können aber durch
den Schreck, den der plötzliche Luftstoß,
das Zischen, der Ton usw. möglicherweise
hervorruft, ebenso zu Fehlverknüpfungen
und der Ausprägung von Ängsten führen.
Genetische Disposition
Konkrete Ängste vor bestimmten Dingen
sind Hunden nicht angeboren, wohl aber die
Anlage, diese unter anderem aufgrund oben
genannter Ursachen weniger oder mehr auszubilden.
Wie hoch die Tendenz ist, Ängste und
Unsicherheiten zu entwickeln, hängt nicht
nur vom individuellen Wesen eines Hundes,
sondern auch manchmal von seiner Zugehörigkeit
zu einer bestimmten Rasse ab.
So wurden z. B. viele Hütehunderassen
über Generationen hinweg auf ein besonders
sensibles Gehör hin gezüchtet. Gerade
diese Rassen bilden daher häufig Ängste
gegenüber lauten oder unbekannten Geräuschen
aus. Auch Rassen, die auf einen sehr sensiblen
Charakter und nervöses Temperament hin
ausgelesen wurden, wie etwa Setter oder Windhunde,
neigen vermehrt zu angstbedingtem Problemverhalten.
Klar ist jedoch auch, dass eine genetische
Disposition vor allem dann zum Tragen kommt,
wenn Umweltfaktoren die Ausbildung des entsprechenden
Verhaltens verstärkend beeinflussen.
Es ist also möglich, dem späteren
Auftreten von Ängsten und Unsicherheiten
durch eine entsprechende Aufzucht, umfangreiche
Sozialisation und Gelegenheiten zu zahlreichen
positiven Umwelterfahrungen frühzeitig
entgegenzuwirken. |
Angstaggression |

Die Körper- und Kopfhaltung ist eindeutig:
Hier folgt gleich der Angriff!
|
| Fühlt sich ein Hund
durch die Annäherung oder ein bestimmtes
Verhalten fremder Menschen, Kinder, anderer
Hunde, etc. bedroht, versucht er, seine Furcht
in der Regel schon recht früh durch Körpersprache
mitzuteilen. Unter anderem hierbei existieren
unserer Erfahrung nach die größten
Missverständnisse in der Kommunikation
zwischen Mensch und Hund, weil viele Hundehalter
und sogar Experten nicht in der Lage sind,
diese Körpersprache richtig zu sehen
bzw. zu deuten. |
Drohverhalten, defensive Aggression
Der Hund sendet also zunächst mehr oder
weniger deutliche Beschwichtigungssignale
aus, um das bedrohliche Individuum zu veranlassen,
sich anders zu verhalten oder sich wieder
zu entfernen. Zeigt diese Information keinen
Erfolg, stellt sich (Angst-)Aggression ein
und der Hund wird beginnen, die Gefahr"
(defensiv) zu bedrohen. Dabei werden die Zähne
bei langem Lippenspalt gebleckt, der Hund
knurrt, bellt evtl., runzelt den Nasenrücken,
sträubt das Nacken- und Rückenfell.
|
Zähne gebleckt, Rückenhaare
aufgestellt: "Noch einen Schritt und...!!".
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Calming Signals
Gleichzeitig sendet er allerdings weiterhin
Beschwichtigungssignale zum Beispiel durch
angelegte Ohren, eine geduckte, nach hinten
gezogene Körperhaltung und eingeklemmte
Rute. |
Typisches beschwichtigendes
Verhalten: Lefzen lecken.
Das Bild zeigt eine Kettenhündin auf
Kreta, die von ihrem Besitzer zu Jagd missbraucht
und ansonsten misshandelt wird.
|
Wird vom Gegenüber
dennoch die Fluchtdistanz, also die
Distanz, in der der Hund eine Bedrohung noch
akzeptiert ohne zu fliehen, unterschritten,
so weicht der Hund in den meisten Fällen
zurück oder flüchtet, falls er die
Möglichkeit dazu hat. Fehlt die Möglichkeit
zur Flucht und wird eine weitere Distanz,
die so genannte Wehrdistanz, vom Gegenüber
unterschritten, sieht der Hund letztlich keine
andere Möglichkeit mehr, als sich durch
Abwehrschnappen und/oder beißen
zu verteidigen. Dabei schießt der Hund
meist rasch vor, fasst kurz zu und zieht sich
wieder drohend zurück (das nennt man
dann auch Drohschnappen). Meist führt
dieses Verhalten zum Erfolg, die Bedrohung
wird vertrieben, zieht sich zurück.
Tipp: Beschwichtigungssignale erkennen,
anwenden, darauf reagieren.
Die Beschäftigung mit den Calming
Signals gehört mit zu den faszinierendsten
Dingen für Hundehalter und freunde.
Hier ist das Buch von Turid Rugas Calming
Signals - Die Beschwichtigungssignale der
Hunde sehr zu empfehlen.
Für Besitzer von Angsthunden eröffnen
sich durch das Wissen über die Calming
Signals ganze neue Erkenntnisse und einige
Möglichkeiten der Anwendung!
Je häufiger ein Hund in eine solche Situation
gebracht wird, in der er erkennt, dass aggressives
Verhalten ihn zu einem erwünschten Ergebnis
führt, desto häufiger und zielgerichteter
wird er dieses Verhalten in Zukunft einsetzen.
Man kann also irgendwann einen Lerneffekt,
eine Kopplung der Angstaggression mit, oder
den Übergang in eine erlernte Aggression
feststellen. Hier spricht man dann vom typischen
Angstbeißer. |
Alter (defensiv aggressiver)
Kettenhund auf Kreta
|
Defensive Aggression auf Grund kontraproduktiver
Maßnahmen
Nicht selten haben wir Hunde erlebt, denen
Angstaggression durch Übungen inkompetenter
Hundetrainer (alte Schule) regelrecht
antrainiert wurde. Da wurden dem Halter angebliche
Verhalten aus dem Repertoire des hündischen
Aggressionsverhaltens als Maßnahme gegen
vermeintliches Dominanzverhalten (ein Begriff
aus der hundetrainerischen Steinzeit) empfohlen:
ängstliche Hunde wurden so auf den Rücken
gelegt (das Märchen vom Alphawurf), durch
Herunterdrücken gemaßregelt oder
mit anderen gewalttätigen Maßnahmen
traktiert.
Die Folgen: Meideverhalten und beschwichtigendes
Verhalten der maßregelnden Person gegenüber
(daher erscheint dieses Steinzeit-Training
für die ausführenden Personen ja
auch so wirksam!), aber angstaggressives Verhalten
anderen Menschen gegenüber: Ein gefährlicher
Teufelskreis!
Tipp: Alphawurf, Dominanzverhalten,
etc..
Machen Sie einen ganz großen Bogen um
Einrichtungen bzw. vermeintliche Hundeexperten,
die Ihnen was von Alphawurf, Stachelhalsband,
Hunde auf den Rücken legen
und Dominanzverhalten erzählen oder Ihnen
raten, Ihren Hund anzuknurren oder beim Fressen
die Schüssel wegzunehmen.
Das empfehle ich nicht nur für Angsthunde-Besitzer!
Gerade beim Thema Angstaggression wird deutlich,
dass man Ängste und angstbedingtes Problemverhalten
bei Hunden frühzeitig ernst nehmen
und ihm sachkundig entgegenwirken sollte.
Nicht nur um dem Hund eine bessere Lebensqualität
bieten zu können sondern auch, um seine
Umwelt vor evtl. Gefahren, die von einem angstaggressiven
Hund ausgehen, zu schützen.
In den allermeisten Fällen können
Angstbeißer erfolgreich therapiert und
resozialisiert werden, einfacher und ungefährlicher
ist es aber, das Problem rechtzeitig vor dem
Auftreten aggressiven Verhaltens zu lösen
und es erst gar nicht so weit kommen zu lassen.
Literaturtipp: Das Aggressionsverhalten
des Hundes von James O'Heare: Das ist
ein uneingeschränkt empfehlenswertes
Buch mit vielen Infos und konkreten Tipps
zu den Themen Angst, Aggression und Kontrollverhalten.
Aber beachten Sie bitte: Wenn Angstaggression
und Aggression bei Ihrem Hund ein Problem
ist, sollten Sie sich unbedingt professionelle
Hilfe suchen!
Informationen, wie und wo Sie professionelle
Hilfe finden, lesen Sie am Ende dieses Textes.
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(Ungewollte) Verstärkung durch Fehlverhalten
der Halter
In den meisten Fällen versuchen Halter
mit dem angstbedingten Problemverhalten ihres
Hundes anfangs allein klar zu kommen. Handelt
es sich nur um einige wenige Auslöser
und kommt es zu keinen weiteren negativen
Verknüpfungen, kann das Meiden der jeweiligen
Situationen durchaus ein Arrangement sein,
mit dem Hund und Halter dauerhaft stressfrei
leben können. Häufig ist es aber
so, dass sich das Verhalten mit der Zeit verstärkt.
Viele Hundebesitzer versuchen dann, durch
gutes Zureden, Futterbelohnungen usw. ihren
Hund zu beruhigen. Geschehen diese belohnenden
Methoden aber während der Hund Angst
hat, kann dies zu einer Bestärkung
des Verhaltens führen und es wird in
Zukunft noch häufiger und intensiver
gezeigt als bisher.
In vielen Fällen ist der Hund in solchen
Momenten aber auch so in seiner Angst gefangen,
dass er gar nicht offen für die Zuwendung
von Seiten seines Begleiters ist. Hier kann
es passieren, dass der Hund durch die Bemühungen
des Halters noch mehr unter Druck gerät,
seine negative Stimmung noch weiter abrutscht
und sich die Angst dadurch ebenfalls weiter
verstärkt.
Ein weiterer schwerwiegender Fehler ist, den
Hund nach der Methode da muss er einfach
ein paar mal durch selbst zu therapieren.
Der Hund wird so nicht langsam Schritt für
Schritt an für ihn bisher bedrohliche
Situationen gewöhnt, sondern viel zu
schnell mit einem viel zu großen Reiz
konfrontiert.
Steigt dabei der Angst- und Stresspegel zu
hoch und kann das Tier dieser Situation nicht
ausweichen, ist das Risiko, dass sein Verhalten
in Angstaggression wechselt und schließlich
in einer erlernten Aggressivität endet,
sehr hoch. Oft richtet sich ab diesem Zeitpunkt
der Fokus des Halters und der Umwelt ausschließlich
auf die aggressiven Elemente, die eigentliche
Ursache des Verhaltens, die Angst, tritt für
den Beobachter in den Hintergrund und der
Hund wird von nun an für sein Verhalten
bestraft.
Diese zusätzlichen negativen Erlebnisse
während auslösender Situationen
können den weiteren Verlauf dramatisch
beeinflussen, bis letztendlich jemand ernsthaft
verletzt wird oder der Hund als hoffnungsloser
Fall zur Euthanasie gebracht wird. |
Mein unvergleichlicher Hund
Unser heutiges kynologisches Fachwissen bezieht
sich streng genommen nur auf die Anteile des
Hundes, die bei allen anderen Hunden auch
zu finden sind. Also auf die Grundlagen des
Verhaltens und der Physiologie. Ein Hund
das wissen wir alle, die wir mit Hunden leben
besteht aber aus viel mehr als nur
der Summe seiner wissenschaftlich erforschten
Anteile. Da wären zum Beispiel noch:
* Angeborenes Verhalten/Anteil
* Rassedispositionen
* Zustand der Mutterhündin
* Verlauf der Prägephase
* Erfahrungen mit dem Halter
* Allgemeine Erfahrungen
* Lebenssituation
* Umweltbedingungen
* und noch viel mehr
Die Dinge und Situationen, die der Hund
im Laufe seines Lebens kennen lernt und
erlebt, haben einen entscheidenden Einfluss
darauf, was für ein Individuum mit
welchen besonderen Verhaltensausprägungen,
Vorlieben, Abneigungen und individuellen
Eigenarten er wird. Und das bedeutet schließlich,
dass es keine allgemeingültigen Verhaltensrezepte
oder Übungsabläufe geben kann.
Jeder Hund und jeder Hundehalter sind
Individuen. Genauso individuell ist auch
die Kommunikation in jedem einzelnen Mensch-Hunde-Team.
Das Zusammenleben beider macht eine einzigartige
Kombination und eine einzigartige Beziehung
aus. Alle Bemühungen und ganz besonders
alle Bemühungen, in Richtung Angstverhalten
etwas zu verändern, haben also den
besten Erfolg, wenn sie an die individuelle
Beziehung angepasst sind.
Tipp: Alltagstipps für Sie und
Ihren ängstlichen Hund!
Führen Sie Rituale in Ihren Alltag
mit dem ängstlichen Hund ein: Sich
täglich wiederholende Aktivitäten
oder Verhalten Ihrerseits schaffen dem Hund
Strukturen. Strukturen wiederum schaffen
Sicherheit und sind tolle Basis für
weitere Maßnahmen, Angstverhalten
zu lindern. Beispiele: Feste Gassizeiten,
feste Fütterungszeiten oder auch Rituale
in Ihrem Alltag.
Fördern Sie gemeinsame Aktivitäten,
denn diese festigen die Bindung zu Ihrem
Hund und geben ihm Sicherheit! Es gibt so
viele gute Ideen und Methoden für gemeinsame
Aktivitäten. Welche Methode speziell
zu Ihnen und Ihrem Hund passt, entscheiden
Sie. Wenn es Ihnen einfach keinen Spaß
macht, Ihren Hund über Geräte
hüpfen zu lassen, dann ist Agility
halt nicht Ihre Methode. Und wenn Ihr Hund
einfach kein Talent zur Fährtenarbeit
hat, dann ist das eben auch nicht Ihre Methode.
Auch wenn andere damit wunderbare Erfolge
hatten.
Vielleicht ist das Schönste und Vertrauensbildendste
für Sie ja, zusammen über Baumstämme
zu balancieren oder gemeinsam joggen zu
gehen.
Oberste Priorität ist immer: Es muss
mir und meinem Hund Spaß machen! Hunde
(ja, selbst Angsthunde!) sind ausgesprochen
spaßorientierte Wesen.
Daran können wir uns gerade in der
Angsthunde-Therapie ein Beispiel nehmen!
Finden Sie heraus, was Ihnen und Ihrem Hund
gemeinsam Spaß macht!
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Cave! Desensibilisierung
Letztlich läuft jedes Training und jede
Verhaltenstherapie für ängstliche
Hunde darauf hinaus, dass der Hund weniger
sensibel auf seinen Angst auslösenden
Reiz reagiert. Es gibt eine ganze Reihe von
verschiedenen Methoden für solch ein
Training, die individuell auf die speziellen
Ängste und die Lebenssituation des Hundes
abgestimmt sein müssen.
Es gehört viel Hintergrundwissen und
Erfahrung dazu, einen ängstlichen Hund
zu desensibilisieren, ohne dabei unbeabsichtigt
das Gegenteil zu erreichen. Für Sie als
Halter eines ängstlichen Hundes ist Folgendes
wichtig zu wissen: Beim Üben mit dem
ängstlichen Hund ist es äußerst
bedeutsam, seine persönliche Leistungsgrenze
herauszufinden. Wenn Sie die überschreiten,
verkehrt sich die Wirkung der Übung ins
Gegenteil. Der Lernprozess geht nicht schneller
wenn man die Schritte vergrößert
oder eine Übung den ganzen Tag wiederholt.
Sie können das Fortschreiten des Hundes
nicht beschleunigen, nur begleiten und fördern.
Es braucht seine Zeit und jeder Hund braucht
seine eigene Zeit.
Tipp: Step by Step
Üben Sie immer in ganz kleinen, kurzen
Schritte und führen Sie ein Verhaltens-
bzw. Übungstagebuch. Schreiben Sie genau
auf, wann Sie welchen Fortschritt gemacht
haben, bei welcher Übung Sie ganz besonders
das Gefühl hatten, etwas GEMEINSAMES
zu machen und notieren Sie Verhalten, die
Ihnen besonders auffallen.
Auch für Ihren Hundetrainer oder Hundepsychologen
sind diese Notizen Gold wert!
Beispiel Pauline:
Pauline kommt von einem spanischen Vermehrer,
der über 30 Hunde in seinem Haus unter
schlimmsten Bedingungen zusammengepfercht
hatte. Kannibalismus, Stereotypien und schwere
Angstverhaltensstörungen wurden beobachtet.
Pauline wurde auch zur Dackelzucht benutzt.
Als die Behörden eine Räumung veranlassten,
sollte Pauline mit den anderen Hunden in eine
Perrera, eine dieser berüchtigten spanischen
Tötungsstationen kommen. Dort hätte
sie keine Chance gehabt. Tierschützer
kümmerten sich um sie und ein deutsches
Tierheim erklärte sich bereit, sie aufzunehmen.
Pauline landete so im Tierheim und zeigte
dort ein extremes und auffälliges Verhalten:
Sie lief im Kreis sobald Menschen auch
nur in ihre Nähe kamen. Starkes Hecheln
und ein panischer Ausdruck begleiteten das.
Nahrung nahm sie nur in der Dunkelheit auf.
Es wurde immer schlimmer. Sie war fast ununterbrochen
am Kreisen und nahm extrem ab.
Ein herbeigerufener Tierarzt diagnostizierte
Epilepsie und verschrieb ihr Antiepileptika.
Ratlos ob dieser Diagnose kontaktieren Tierfreunde
vor Ort eine Hundeverhaltenstherapeutin, die
zufälligerweise gerade einen Pflegeplatz
frei hatte.
Pauline konnte also zu ihr, in einen Haushalt
mit drei anderen Hunden und zwei Kindern.
Bis auf ihre Haltung in Spanien und ihr auffälliges
Verhalten im Tierheim waren von der Hündin
keine weiteren Informationen vorhanden.
Die Therapie, die jetzt folgte, dauert noch
bis heute (zwei Jahre später) an und
erweist sich als eine der erfolgreichsten
überhaupt, denn sie lässt Zeit.
Pauline wurde von einem auf den anderen Tag
in den Haushalt integriert. Man
schuf ihr Rückzugsmöglichkeiten
und nahm Rücksicht auf ihre Angst, indem
man ihr gegenüber zum Beispiel verstärkt
Beschwichtigungssignale zeigte.
Pauline lebte mit im Haushalt und lernte mit
der Zeit, dass ihr in der neuen Umgebung keine
Gefahr drohte. Anfangs zeigte sie noch ähnliches
stereotypisches Verhalten wie im Tierheim,
aber das legte sich nach ein paar Wochen.
Bis heute hat sie dieses unruhige Hin- und
Herwandern aber nicht ganz abgelegt.
Es erforderte einiges Management (z. B. um
zu verhindern, dass sie weglief), Veränderungen
im Alltag (Zeitmanagement, Fütterungen
nachts, etc.) und indirektes Training, bis
sich die ersten Erfolge zeigten.
Indirektes Training fand so statt, dass jede
Zuwendung zu Menschen, jede Aufmerksamkeit
und jede Kontaktaufnahme belohnt wurden. Gleichzeitig
etablierte man einige feste Rituale für
sie. Pauline lernte über diese Rituale
Vertrauen zu fassen und selber Gewohnheiten
zu entwickeln. Diese Gewohnheiten waren dann
der Ansatzpunkt für weitere, konkrete
Übungen. |
Pauline
|
| Dieses Beispiel zeigt
sehr schön, dass die wesentlichen Faktoren
bei sehr vielen Angsttherapien Zeit, Geduld,
Rituale, Strukturen, Management und Nerven
sind! |
Tierkommunikation
Wir sind überzeugt davon, dass es Menschen
gibt, die eine besondere Ader zu Hunden haben.
So gibt es zum Beispiele Menschen mit jahrzehntelanger
Hundeerfahrung, die hündisch
sehr gut verstehen und darin sogar kommunizieren
können, ganz besonders einfühlsam
sind und sehr sensitiv in Bezug auf hündische
Sinneswahrnehmungen sein können. Ob es
einen siebten Sinn der Tiere (bzw. die Existenz
von morphischen
Feldern, die in der Literatur im Zusammenhang
mit diesem siebten Sinn formuliert werden)
gibt, mag jeder selber beurteilen, der in
der Lage ist, seine Wahrnehmung mal in eine
etwas andere Richtung zu lenken.
Was wir aber noch nie erlebt haben, ist eine
deutlich erkennbare Lösung von Verhaltensstörungen
bzw. Angstverhalten auf Grund einer Tierkommunikations-Therapie
via Foto, Telefon oder Internetdiagnose. Wir
mussten dagegen allerdings mehrfach erleben,
dass Entscheidungen oder Maßnahmen,
die da auf Grund einer vermeintlichen Kommunikation
mit dem Hund gefällt wurden, vermessen
waren, äußerst weitreichende (negative)
Konsequenzen für Zwei- und Vierbeiner
hatten und nicht selten einfach nur kontraproduktiv
wirkten. Unter anderem aus diesem Grund halten
wir die meisten, der momentan so massiv auftretenden
Tierkommunikations-Angebote für sehr
zweifelhaft und raten dringend davon ab!
Medikamente zur Therapie von Angstverhalten
Medikamente lassen wir von Tierärzten
nur in den seltensten Fällen einsetzen.
In den wenigen Fällen haben wir die Wirkung
dieser Medikamente auch nur genutzt, um überhaupt
erst einen Einstieg in die Verhaltenstherapie
zu bekommen. Hier der zweite Teil des Beispieles
von Volta (wir erinnern uns an Teil 1 des
Beispieles weiter oben: Volta wurde vier Jahre
in einem dunklen Verschlag als Zuchthündin
missbraucht, bis sie von den Behörden
befreit wurde und bei einer Familie in Deutschland
landete):
Beispiel: Volta - Teil 2
Volta wurde ein Beruhigungsmittel verabreicht.
Gleichzeitig bauten die Tierfreunde einen
Verschlag unter ein Hochbett in
einem Kinderzimmer. Der Filius der Familie
zog für diese Zeit netterweise in das
Zimmer seines Brüderchens mit ein.
Zudem wurde Voltas Zimmer verdunkelt. So konnte
Volta erst einmal zur Ruhe kommen. Nach und
nach wurde die Umgebung etwas verändert.
Nach mehreren Wochen konnte Volta sich bei
geöffneten Vorhängen alleine im
Raum bewegen und sie hatte sich auch an die
aus dem Deckel einer großen Hundenbox
bestehenden Hunde-Katzentoilette
gewöhnt. Das Medikament wurde langsam
abgesetzt.
Parallel setzten Desensibilisierungsmaßnahmen
unter kräftiger (und begeisterter) Mitwirkung
der Kinder ein. Die Kinder hielten sich täglich
abwechselnd in halbstündigen Phasen in
den Raum auf und bewegten sich langsam und
äußerst vorsichtig.
Jeder Funken Neugier wurde mit einem Stück
Käse o. ä. belohnt. Die Eltern kamen
mit ins Spiel und nach einem halben Jahr konnte
sich Volta (ohne Medikamente) im Raum mit
anwesenden Personen bewegen. Anfassen ließ
sie sich noch nicht.
Das Trainingsprogramm wurde erweitert, Halsband
und Leine wurden behutsam trainiert und nach
etwa acht Monaten war es soweit: Volta machte
ihren ersten vorsichtigen Spaziergang im Garten.
Ein paar Wochen später gehörten
gemeinsame Spaziergänge außerhalb
des Hauses zum Alltag.
Volta ist mit acht Jahren an Krebs gestorben.
Die letzen Jahre ihres Lebens ging es ihr
allerdings richtig gut, sie lebte in Sicherheit,
mit Spaziergängen, Streicheleinheiten
und sie wurde von ihrem Menschrudel geliebt!
Erst das Medikament brachte die Hündin
in diesem Fall so zur Ruhe, dass überhaupt
ein Ansatz für verhaltenstherapeutische
Maßnahmen vorhanden war. Hier stand
also weniger die Wirkung des Mittels im Vordergrund,
sondern der Zeitpunkt, an dem es abgesetzt
wurde.
Medikamente in der Angstverhaltenstherapie
Grundsätzlich sind wir eher gegen die
medikamentöse Behandlung von Angstverhalten
bei Hunden. Antidepressiva oder andere Mittel
als Therapie gegen Angststörungen bei
Hunden mögen für die Halter kurzfristig
Vorteile (Ruhe
) haben, aber häufig
sind die Nachteile für so eingestellte
Hunde zu groß: die Hunde sind
zum Beispiel oft nicht mehr in Lage, sich
Artgenossen gegenüber hündisch korrekt
zu verhalten.
Wir wissen außerdem kaum, wie Medikamente
bei Hunden wirken. Denn woher sollen wir das
auch wissen? Ein Hund kann uns die Wirkungsweise
von Antidepressiva oder (bei Angstverhalten
häufig verschriebene) Medikamenten, die
die Stressspitzen nehmen, nicht schildern.
Er kann uns nicht sagen, ob er dabei Kopfschmerzen,
Wahrnehmungsstörungen oder Übelkeit
empfindet. Wir erleben immer wieder, dass
Medikamente eingesetzt werden, ohne parallel
das eigentliche Problemverhalten durch Therapie
und gezieltes Training zu begleiten. Das kann
also keine alleinige Lösung für
das eigentliche Problem sein!
Alarmsystem Angst und Desensibilisierung
Es gibt einen wichtigen Mechanismus beim
Trainieren von angstbesetzten Situationen:
Das Alarmsystem Angst schaltet sich irgendwann
auch wieder aus! Wenn der Angst auslösende
Reiz nicht zu übermächtig ist,
dann hört die Angst nach einer gewissen
Zeit wieder auf. Diesen Mechanismus machen
sich die so genannten Desensibilisierungs-Trainings
zu Nutze. Aber Vorsicht: Ist der
Reiz zu stark, steigern Sie die Angst des
Hundes. Deshalb darf Desensibilisierung
niemals in eine Art Crash-Kurs ausarten
und muss immer in ganz kleinen Schritten
gemacht werden. Sie sollte auf jeden
Fall von erfahrenen Tiertherapeuten begleitet
werden.
Tipp: Rückzug und Rücksicht!
Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Angsthund
in der Wohnung immer die Möglichkeit
bieten, sich vor anderen Haustieren, Menschen
und allen angstauslösenden Faktoren
zurückzuziehen.
Tipp: Geduld haben und kommen lassen!
Selbst die besonders problematischen Angsthunde
lernen irgendwann, dass von ihren neuen
zweibeinigen Rudelführern keine Gefahr
ausgeht und machen den ersten Schritt! Und
wenn es Monate dauert, dieser erste Schritt
ist der wertvollste! Haben Sie Geduld und
belohnen Sie diesen ersten Schritt mit besonderer
Zuwendung, einem speziellen Leckerchen oder
merkbarer Stimmungsänderung!
Beim Üben einer abgeschwächten
angstbesetzten Situation ist es sehr wichtig,
die Übung erst dann zu beenden, wenn
der Hund keine Angst mehr zeigt und sich
entspannt hat. Brechen Sie die Übung
vorher ab, bestätigen Sie nur die in
dem Moment noch vorhandene Angst. Die große
Erleichterung, die Ihr Hund empfindet, wenn
Sie den Angst auslösenden Reiz wegnehmen,
ist dann wie eine Art Belohnung für
die Richtigkeit der vorangegangenen Angst.
Es ist also eine sehr diffizile Sache, ein
Desensibilisierungstraining durchzuführen.
Besonders die Tonaufnahmen von Gewittern,
Schüssen und Feuerwerken haben schon
bei vielen Hunden die Geräuschangst
drastisch verstärkt, weil sie falsch
eingesetzt wurden.
Grundsätzlich sollten solche Tonträger
auch nie zu Hause abgespielt werden. Dies
kann eine tiefe Erschütterung im Vertrauen
des Hundes bewirken: Jetzt knallt
es sogar schon in meinem Zuhause!
Der letzte Ort, an dem sich der Hund noch
sicher fühlte, ist dann auch von Ängsten
durchdrungen. Wir halten diese Tonträger
also für kontraproduktiv!
Angstverhalten ist vielschichtig. Gerade
die vielen Auslandshunde haben uns Ausprägungen
von Angst- und Meideverhalten gezeigt, die
einen geradezu erschaudern lassen, wenn
man sich die Auslöser nur vorstellt!
Mit Management, kompetenter und fachlicher
Begleitung, Rücksicht, viel Zeit,
realistisch gesteckten Zielen und
was die wichtigsten aller Punkte sind
Verständnis und Geduld gibt es aber
auch für besonders heftige Fälle
durchaus Möglichkeiten der Therapie!
Tipp: Wie erkenne ich/wo finde ich erfahrene
Hundetrainer und Hundepsychologen?
Gute Trainer und Verhaltenstherapeuten
* haben langjährige Erfahrung mit
den verschiedensten Hunderassen bzw. Mischlingen
oder Auslandshunden,
* sind miteinander vernetzt,
* bilden sich regelmäßig fort,
* legen höchsten Wert auf problemspezifisches
Training bzw. individuelle Verhaltenstherapie
und nicht auf DIE (manchmal sogar patentierte!)
Methode,
* sind besonders gut in der Lage, kompetent
und freundlich mit Ihnen als Hundehalter
zu kommunizieren,
* haben plausible Erklärungen und können
gut erläutern,
* lehnen jede Form von Starkzwang oder Gewalt
ab,
* nehmen sich für besonders viel Zeit
für die Zweibeiner und
*
sind aber (leider) häufig
zeitlich ziemlich ausgelastet
Sie erhalten Adressen, Anschriften und Tipps
unter anderem bei:
* IG Hundeschulen: http://www.ig-hundeschulen.de
* CANIS - Zentrum für Kynologie: http://canis-kynos.de/
* Animal Learn: http://www.animal-learn.de/
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Ich wünsche Ihnen bei Ihrer Arbeit
mit Ihrem Angsthund viel Kraft und Erfolg!
Oktober 2007, Text und Fotos: Stefan Grothus
www.made-in-nature.de
Dieser Artikel ist samt Fotos unter einer
Creative
Common Lizenz veröffentlicht und
lizensiert.
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| Literaturtipps |
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Hunde von Lorna und Ray
Coppinger. ISBN: 3936188076 --> ein
sehr schönes Buch (mit eher wissenschaftlichem
Ansatz) über die Geschichte von
Hunden allgemein. |
 |
"Das Aggressionsverhalten des
Hundes von James O'Heare
ISBN: 3936188106 --> das ist ein
uneingeschränkt empfehlenswertes
Buch mit vielen Infos und konkreten
Tipps zu den Themen Angst, Aggression
und Kontrollverhalten. |
 |
Hunde sind anders von
Jean Donaldson ISBN: 9783440082225
--> toll geschriebenes Buch über
Hundeverhalten allgemein |
 |
"Calming Signals die Beschwichtigungssignale
der Hunde von Turid Rugaas - ISBN:
3936188017 --> die Calming Signals
sind eine der Hauptkommunikationsformen
der Hunde. Nach der Lektüre dieses
Buches erklären sich viele Missverständnisse,
die man selber im Umgang mit dem Hund
täglich produziert
sehr empfehlenswert! |
 |
"Schnüffelstunde. Nasenspiele
für Hunde" von Viviane Theby
- ISBN 3933228786 --> über die
Nase bekommen Sie auch die Angsthunde
irgendwann...!!! Schönes Buch für
jeden Hundehalter. |
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Hier geht es zu den Hunden,
die ein Zuhause suchen
** klick**
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