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Andere
über uns
Zu Besuch im Tierheim Dobrich / August
2010
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| Pavel mit Dr. Tatjana
Ilieva |
Liebe Familie Dimitrov,
von unserem Besuch im Tierheim Dobrich am
31.08.2010 möchte ich Ihnen einen kleinen
Bericht zukommen lassen.
Mit unserem Taxifahrer Boris fahren wir, mein
19jähriger Sohn und ich, morgens von
unserem Hotel "Kini Park" durch
eine wunderschöne Landschaft. Vorbei
an vielen Melonenfeldern, hier sind überall
arme Hunde an ganz kurzen Ketten zum Bewachen
angebunden. In der prallen Sonne, ohne Wasser
und Futter. Auf den Straßen liegen viele
überfahrene Tiere, Igel, Katzen...
Da die Tierheimmitarbeiter vormittags mit
Füttern, Putzen und Versorgen ihrer Schützlinge
beschäftigt sind, besuchen wir zuerst
die Innenstadt von Dobrich.
Wir sehen viele Straßenhunde. Sie scheinen
alle recht gut genährt, sie liegen total
entspannt mitten im Fußgängertrubel
und sonnen sich. Niemand nimmt Notiz von ihnen,
aber es tut ihnen auch niemand etwas Böses.
Ein unter diesen Umständen beruhigender
Anblick.
Und das Beste ist: allesamt haben eine Ohrmarke,
sind also kastriert!
Auf dem Gemüsemarkt läuft uns eine
winzige, miauende Babykatze vor die Füße.
Wir fragen die
Marktleute nach der Mutter, aber alle bedeuten
uns "Keine Mutter"! Eine Frau gibt
uns eine Scheibe Brot, immerhin, aber die
kann die Kleine ja nicht fressen... Endlich
entdecken wir ein junges Pärchen und
sie können Englisch! Wir fragen sie was
wohl mit dem Kätzchen passieren wird,
ob es getötet wird... Aber sie versichern
uns, dass das nicht so ist und dass die Marktleute
sie füttern werden. (Bedingt) getröstet
entlassen wir das Kleine in eine ungewisse
Zukunft, wenn man sie nur mitnehmen könnte!
Das Tierheim finden wir dank Frau Dimitrovs
guter Wegbeschreibung fast auf Anhieb.
(Nur die Fahnen waren nicht da) Anmerkung
für Frau Dimitrov. Wir halten an, und
das erste das wir sehen ist eine "Hundeklappe".
Ein Hundehaus mit der Aufschrift: "Wenn
Sie Ihren Hund nicht mehr wünschen haben
zu wollen, bitte hier hineintun", Originalübersetzung
unseres Taxifahrers.
Zwei Mitarbeiter öffnen uns das Tor,
einer von ihnen ist der vor einigen Tagen
verstorbene
Kalin Georgiev. Wir werden stürmischst
begrüßt von gefühlt hunderten
von Hunden. Alle springen hoch, bellen, rennen
um uns herum, jeder will Aufmerksamkeit, man
müsste 20 Hände haben! Es gibt aber
auch welche die sich sofort angstvoll verkriechen,
was diese Armen wohl erlebt haben! Einige
sind total abgemagert, sie sind erst ganz
kurz im Tierheim. Die Hunde sind in verschiedenen
Freiläufen, die übrigens sehr groß
sind, untergebracht. Es gibt unzählige
Hütten und überall steht Futter
bereit. Die Hunde haben sich viele große
Löcher in die Erde gegraben, da liegen
sie drin und dösen.
Unser Taxifahrer, der eigentlich dolmetschen
soll, hat sich nicht hineingetraut! Zum Glück
ist eine junge Studentin als Volontärin
da, sie hat Semesterferien und diese verbringt
sie hier, Respekt... Sie kann ziemlich gut
Englisch, so dass wir uns verständigen
können. Wir lernen noch Pavel kennen,
einen jungen Mitarbeiter. Alle können
sooo gut mit den Hunden umgehen, kennen sogar
die Namen!!!
Wir besuchen die Krankenstation und lernen
die Tierärztin Tatjana kennen. Sie zeigt
uns den OP und die "Krankenzimmer"
und erklärt uns alles was wir wissen
wollen. Wir sind absolut beeindruckt mit welch
geringen Mitteln (mit unseren westeuropäischen
Augen gesehen) hier soviel erreicht und geleistet
wird! Man kann nur den Hut ziehen. Die Mitarbeiter
haben wirklich sehr viel Arbeit, überall
sind nur fleißige Hände zu sehen!
Das merkt man aber auch! Auf der Krankenstation
ist alles picobello sauber, und in den Freiläufen
ist nirgends SCH...... zu sehen, wie schaffen
die das nur?! Dr. Tatjana macht uns mit einem
Neuzugang bekannt, das heißt, sie muss
ihn erst einfangen, er hat sich angsterfüllt
in der hintersten Ecke verkrochen.
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| Bobby, dahinter
Pavel, halten zusammen |
Es ist ein kleiner, weißer Rüde,
noch jung, etwa 1 bis 2 Jahre alt. Er wurde
von Tierheimmitarbeitern eingefangen, er wurde
gequält und mit Steinen beworfen. Er
bietet einen ganz, ganz jämmerlichen
Anblick. Er ist ganz stark von Demodikose
befallen, einer Hautkrankheit.
Überall wo er hingekommen ist hat er
sich bis aufs Fleisch blutig gekratzt, und
von seinem Fell ist nicht mehr viel übrig...
Aber Dr. Tatjana badet ihn jeden Tag in einem
speziellen Bad und er bekommt Medikamente.
" Das wird wieder" versichert sie
mir glaubhaft. Ich kann das aus eigener Erfahrung
bestätigen. Unsere Bulgaren-Hündin
Camilla hatte auch Demodikose mitgebracht.
Unser Tierarzt hat sie behandelt, und das
Thema ist längst vergessen! Da der arme
Tropf noch keinen Namen bekommen hat, werden
wir gebeten einen auszuwählen. Wir entscheiden
uns für "Pavel". Unsere ganz,
ganz, große Hoffnung ist jetzt, dass
dieser arme Hundemann ein Zuhause in Sicherheit
und mit Liebe und Geborgenheit findet! Wir
würden uns so sehr wünschen, dass
er erfahren darf, dass es auch gute Menschen
gibt und dass er nicht nur zum Leiden geboren
wurde. Hoffentlich öffnet ein lieber
Mensch sein Herz und adoptiert Pavel, bestimmt
wird er alles 1000fach zurückgeben.
Wenn wir nicht schon zwei Hunde hätten...(übrigens
beide aus dem DB-TH in Rousse)! Ein Pate für
Pavel wäre natürlich auch fabelhaft,
seine Medikamente verschlingen viel Geld.
In der Krankenstation treffen wir auch "Bobby",
es geht ihm nicht sehr gut, er hatte Staupe
und kann nicht laufen. Wie ich aber heute
von Herrn Dimitrov gehört habe, geht
es ihm inzwischen besser, er läuft sogar
ein bisschen. Darüber habe ich mich sehr
gefreut.
In der Abteilung daneben warten Straßenhunde
auf ihre Kastration, danach werden sie wieder
an ihre angestammten Plätze gebracht.
Aber nur dann, wenn ihnen dort keine Gefahr
droht. In diesem Fall dürfen sie im TH
bleiben . Dazwischen liegt ein total apathischer
kleiner weißer Hund. Er ist schon betagt
und nach Jahren von seiner Familie einfach
auf die Straße geworfen worden! Er frisst
nicht und trauert sehr. Er hat mich stark
an Klein-Bubi der Fam. Plescher erinnert,
der ja leider gestorben ist. Vielleicht kann
sich ja auch jemand für einen alten Hund
entscheiden und ihm das Tierheim für
sein restliches, kleines Hundeleben ersparen?
Auch wir haben einen alten Hund aus einer
Tötungsstation in Nizza aufgenommen.
Wir haben ihn so heiß geliebt, und er
uns wider. Leider ist er nach 2 Jahren gestorben.
Wir sind noch heute sehr traurig über
den Verlust dieses ganz besonderen Wesens,
aber wir sind trotzdem froh, dass er seine
letzte Zeit bei uns war! Er hat uns viel gelehrt,
über den Wert des Lebens, gerade auch
dann, wenn man seine besten Tage schon hinter
sich hat und nicht mehr jung und immer nur
lustig ist. Wir würden es auf alle Fälle
immer wieder so machen, dieser Hund war etwas
Besonderes, irgendwie weise...
Es gibt auch einige Welpen in Dobrich, allerdings
ohne Mütter, sie sind natürlich
sehr süß, aber leider fehlt es
den Mitarbeitern an Zeit um mit ihnen zu spielen
usw. Also, alle die einen jungen Hund suchen,
hier warten niedliche Anwärter...
Wir verlassen die Krankenabteilung und sind
sofort wieder umringt. Ein Prachtexemplar
von Hund fällt mir ganz besonders auf.
Es ist ein weißer Mischling, ca. schäferhundgroß.
Eine Mischung zwischen Husky und einem anderen
Rassehund. Welcher Rasse fällt leider
der Übersetzung zum Opfer... Er hat zwei
verschiedene Augen, herrliches Fell und ist
sooo lieb und verschmust, er will überhaupt
nicht mehr von mir ablassen. Ein absoluter
Traumhund, ich kann es nicht anders ausdrücken.
Für ihn wäre ein Zuhause ein Volltreffer,
er wäre ganz bestimmt ein ganz toller
Begleiter!
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| Toller Huskymix |
Aus Eifersucht um Streicheleinheiten kommt
es immer wieder zu Rangeleien unter den Hunden.
Die Mitarbeiter greifen ein, und die Hunde
gehorchen ihnen sofort. Sehr, sehr beeindruckend...
Alle Mitarbeiter, die wir heute hier kennen
gelernt haben, sind ganz bestimmt besondere
Menschen, man muss gesehen haben, wie sie
mit den Hunden umgehen, und wie die Hunde
an ihnen hängen. Die Tierärztin
Tatjana ist eine ganz, ganz Liebe, ich glaube,
ihre kleinen Patienten sehen das genauso.
Ich bewundere diese Menschen sehr und aufrichtig,
wie sie inmitten all der Grausamkeit gegenüber
den Tieren in ihrem Land um jedes noch so
kleine Leben bemüht sind, und dass sie
sich nicht entmutigen lassen von dem, was
vor den TH-Toren mit den Hilflosen geschieht.
Alle die diesen Bericht lesen, bitte ich,
eine Spende für die Familie des
verstorbenen TH-Mitarbeiters Kalin Gregoriev zu geben, er hätte es verdient... Seine
Frau und die beiden kleinen Kinder sehen sicher
schweren Zeiten entgegen!
Und für Pavel (im Besonderen), aber auch
für alle anderen wünsche ich, dass
sie ein Zuhause finden können, sie sind
alle sooo liebebedürftig!
Mit schwerem Herzen verabschieden wir uns
von allen. Wir müssen unsere Eindrücke
erst einmal sich setzen lassen, wir sind wahrlich
erschlagen von unseren Eindrücken und
Begegnungen. Wenn man einen solchen Ort mit
eigenen Augen sieht, kann man sich die Dimension
der Hilfe, die die Tiere in Bulgarien dringendst
brauchen erst RICHTIG vorstellen.
Für heute viele Grüße
Ihre Familie Mathes-Hermann |
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| Hundehütte
einer anderen Art |
 |
| Hundehütten
in einer Reihe |
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| Alle suchen Streicheleinheiten |
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Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe
e.V., Frankfurter Str. 105, 35315 Homberg/Ohm
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