Mai 2010:
Sehr geehrter Herr Dimitrov,
mein Name ist Dessy aus Razgrad, Bulgarien.
Dank Menschen wie Ihnen und Violeta, finde
auch ich Mittel und Wege, Tieren in Not zu
helfen!
Gestern war ich im Tierheim in Schumen, in
Begleitung von fast meiner ganzen Familie-
meinem Vater und meinem Sohn, der fast acht
Jahre alt ist.
In nur einer Stunde habe ich so viele Dinge
erlebt, welche manche andere selbst innerhalb
Monaten nicht erleben können.
Es waren nicht nur Nadejda
und Borimetschko-
im Tierheim habe ich weitere Tiere mit dem
gleichen Schicksal getroffen, jedes einzelne
von denen hat seine Namen, Geschichte und
die zweite Chance auf ein Leben.
Das Team vor Ort- es sind aufrichtige Menschen,
mit großem Herzen!
Während ich dort bei den Tieren war,
bekam ich viele Ideen.
Ich finde, jetzt ist nicht die richtige Zeit
sie Ihnen vorzustellen, ich werde Sie darüber
in Kenntnis setzten, wenn ich mit Violeta
alles durchgegangen bin! Folgendes geschah mit Nadejda, die Ihnen
ihr Leben verdankt:
Nadejda ist eine Hündin aus Razgrad,
ungefähr ein Jahr alt. Anfang März
diesen Jahres wurde sie von einem Auto angefahren.
Es ist ein Wunder, dass das Tier den Unfall
überlebt hat und danach fast zwei Monate
lang allein um sein Leben gekämpft hat.
Eine Weile nach dem Unfall, bei dem Nadejda
teilweise gelähmt wurde, nahm sie eine
Frau aus Razgrad zu sich nach Hause. Nachdem
sich jedoch ihre Nachbarn dagegen stellten,
sah sie sich gezwungen, den kleinen Hund zurück
auf die Straße zu setzten. Und dann
fand Tzonio Tzonev Nadejda. Er signalisierte
sofort an die Facebook Gruppe, gegründet
im Namen von Mima,
dem Hund aus Drjanovo, dem ein Sadist im März
alle vier Beine abgehackt hat. Eine Rettungsaktion
von dort aus fand sofort statt. Am 19. April
wurde der Hund nach Schumen gebracht und bei
der Deutsch-Bulgarischen Straßentier-Nothilfe
zur Pflege gegeben.
Dr. Dankov, der Tierarzt, nahm den kleinen
Hund in einem bemitleidenswerten Zustand:
mit teilweise gelähmten Hinterbeinen
und zerrissenem Weichgewebe. Doch ab diesem
Moment begann die Behandlung von Nadejda,
welche medikamentös und therapeutisch
ist. Man kann immer noch nicht genau sagen,
wie lange die Behandlung andauern wird, das
allerwichtigste für Nadejda ist ein jedoch
liebevolles Zuhause zu finden.
In Razgrad gibt es bis jetzt keine ordentlichen
Tierheime, wo Nadejda hingeschickt werden
könnte. Eine private Pflegestelle könnte
die Hündin auch nicht bei sich aufnehmen,
weil sie tagtäglich auf spezielle tierärztliche
Sorgen angewiesen ist.
Am 6. Mai suchte ich das Tierheim auf, um
mehr Information über den Zustand von
Nadejda zu bekommen. Ich hatte noch nie eine
so liebenswürdige Ausstrahlung nach einem
solchen Märtyrium gesehen! Und es war
nicht nur in den Augen des kleinen Hundes,
sondern auch in den Augen aller Tiere, die
dort geheilt werden. Einige von den Tieren
befinden sich in einem ernsthafteren Zustand,
man kümmert sich hingebungsvoll um alle.
Die Tiere können einem Menschlichkeit
beibringen! Es ist nicht nur ein Tierheim
und Kastrationszentrum, vielmehr ist es eine
Schule für Humanität! Es ist ein
Ort an dem jedes kranke, misshandelte oder
aber für "aggressiv" erklärte
Tier eine Chance bekommt!
Ich bin dorthin gegangen um die kleine Nadejda
zu besuchen- der Name bedeutet Hoffnung auf
bulgarisch-, fand aber vielmehr Hoffnung für
mich, denn ich habe einen Ort gesehen, an
dem das Leben gerettet und erhalten wird!
Am 6. Mai feiert man in Bulgarien den Tag
des Hl. Georg, des Drachentöters. Dem
alten Brauch nach wird ein Lämmchen geopfert
und verspeist. Ich dagegen traf Menschen,
die Tiere am Leben erhalten!
Von Dessy Markova
P.S.: Morgen werde ich auch über den
Borimetschko (den Bärenbezwinger auf
bulgarisch) schreiben, der ebenfalls im Tierheim
ist.
Am liebsten würde ich über jedes
Tierchen schreiben, das dorthin gelangt, und
nicht nur das
Ich wünsche mir dass möglichst viele
Menschen von Ihnen erfahren!
Ich wünsche mir dass möglichst viele
Tiere adoptiert werden!
Gute Nacht!
----------------