Eine Roma-
Geschichte
von Maya Ilieva
Blinki war nur drei Monate alt, als der kleine
Welpe im Roma-Viertel in Sofia Zuflucht gefunden
hat.
Die Roma- Kinder haben den kleinen Welpen anscheinend
lieb gehabt und er war dort nicht alleine. Er
lebte mit seinem Brüderchen und mit zwei
weiteren Hundemädchen zusammen. Sie wuchsen
alle friedlich auf...
Eines Tages war Blinki weg.
Nach drei Tagen kam er schleppend in einem schlechten
Zustand mit vielen Wunden am ganzen Körper
zurück. Die Wunden waren entzündet
und voller Würmer. Der arme Kerl war kaum
vier Monate alt. Blinkis Lebenswille war aber
groß und die, die dort von mir aufgesuchte
Tierärztin hat es geschafft, ihm wieder
auf die Beine zu helfen.
Ich habe jeden Tag für die Hunde Futter
und für die Kinder Lebensmittel besorgt
mit der einzigen Bitte, dass sie sich um die
Tiere kümmern. Sie haben mir versichert,
dass sie die Hunde lieb hätten. Die Roma
sind ja richtige Schauspieler, jedenfalls liefen
die Hunde den Kindern immer und überall
hinterher.
Es ging alles soweit gut bis vor einem Monat,
als eine neue Familie dazu gekommen war.
Eines der Kinder der neuen Familie zeigte ein
aggressives Verhalten den Tieren gegenüber.
Es schlug und trat sie, bis dem Bruder von
Blinki, Minki, eines Tages alles zu viel war
und das Kind gebissen hat.
In seinem Ärger griff sein Vater zu einem
Holzbrett mit herausragenden, spitzen Nägeln
und schlug mit aller Wut auf die Hunde ein.
Minki starb an seinen Wunden und jede Hilfe
kam für ihn zu spät.
Für Blinki haben wir von Herrn Dimitrov
sofort Hilfe bekommen und somit wurde der arme
Kerl von uns gerettet. Er ist momentan im Tierheim
"Nadeshda" in Sofia und wird medizinisch
versorgt.
Die tierärztliche Untersuchung hat folgende
Diagnose ergeben: herausgeschlagene vordere
Zähne, ein ausgelaufenes Auge, ein gebrochenes
Bein und zahlreiche Stichwunden am Körper.
DANK DER FÜRSORGLICHEN TIERÄRZTLICHEN
HILFE UND BEHANDLUNG WIRD BLINKI LEBEN!
Ein Wunder, dass der kleine Welpe nach diesem
grausamen Erlebnis sein Vertrauen und seine
Zuneigung zu den Menschen nicht aufgegeben hat!
Nur eins wird er bestimmt nie begreifen: warum
hat man ihm das alles angetan, wenn er doch
immer so lieb war?
Blinki ist immer noch lieb und wenn er auf
dem Köpfchen gestreichelt wird, legt er
sein Schnäuzchen vertraulich auf den Arm.
Seit Jahren bin ich freiwillige Helferin im
Tierheim "Nadeshda".
Gestern war ich wieder da und habe Blinki lange
in meinen Armen gehalten und lange gestreichelt.
Es geht ihm etwas besser, er wedelt mit seinem
Schwänzchen, frisst gut, aber
er ist
irgendwie noch traurig.
Traurig bin ich auch
Den Tieren können wir nur helfen, wenn
wir unsere Denkweise ändern und unsere
Kinder zur Tierliebe erziehen.
Diese Geschichte ist in einer Roma- Familie
passiert.
Solche Geschichten sind aber keine Ausnahme
in bulgarischen Familien.
Ich möchte alle zum Stopp der Tiergewalt
aufrufen!
Überlegen Sie nur, was die Tiere uns alles
zurückgeben- wie viel Liebe, Treue und
ihre bedingungslose Freundschaft und Zuneigung!
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