Aug.
2010 |
Cecko aus Rousse - jetzt in der Schweiz
Cecko, der Hund mit der Seele, sanft wie
eine Blume
Cecko tauchte anfang dieses Jahres in dem
Hof eines Bezirkpolizeiamtes in der Stadt
Rousse auf, sehr mager und scheu. Eine Angestellte
hatte Mitleid mit ihm und fing an ihn zu
füttern. Sie gab dem Hund den Namen
Cecko, kurz von Tzvetan, was Blume oder
blumig bedeutet. Er fühlte sich wohl,
nahm an Gewicht zu. Alles schien gut zu
sein bis zu jener Nacht, als der Leiter
des Polizeiamtes an dem schlafenden Cecko
vorbeiging und ihn erschreckte, sodass der
Hund in sein Hosenbein biss. Verärgert
gab dieser am nächsten Morgen zu verstehen,
er wird den Hund auf der Stelle töten,
wenn man ihn dort nicht wegschafft. Die
Bitte der Frau Gnade mit Cecko zu haben
blieb ungehört, schlimmer noch, sie
musste den Hund fest in die Arme schließen
um ihn somit zu bewahren, erschossen zu
werden. Cecko wurde in das Wohnviertel dieser
Frau gebracht, wo ihn Katia kennenlernte.
Dies geschah Anfang März. Die ersten
Tage dort zeigte sich Cecko sehr ängstlich,
mit der Zeit aber taute er auf und nahm
den Parkplatz in Anspruch. Menschen aus
dem Wohnviertel bauten für ihn sogar
ein Hundehäuschen. Doch eines Tages
merkte man dass Ceckos Vorderpfote verletzt
ist. Dann kam er mit einer Luftgewehrschusswunde
im Nacken. In dem Tierheim der DB Tierhilfe
in Rousse wurde er behandelt. Am 30. April
verschwand Cecko aber vom Parkplatz spurlos.
Katia, das Mädchen, das ihn versorgte
erfuhr, er sei in den städtischen Zwinger
auf besonderen Wunsch von Bürgern hingebracht
worden- der Hund sei angeblich aggressiv.
Nach tagelangem Ärger konnte der arme
Cecko zu seinem festen Platz zurück,
allerdings völlig verändert- sehr
scheu und misstrauisch. Man könnte
sich nur vorstellen, was der arme Hund für
Erfahrungen an diesem Ort gesammelt haben
muss. Laut Gerüchten solle Cecko die
Einkaufstüten einiger Frauen gezogen
haben, was kaum vorzustellen sei, denn Cecko
ist als ein lieber Hund bekannt gewesen.
Doch es fanden sich Menschen in der Schweiz,
die ihn adoptieren wollten. Nun musste er
nur abwarten ausreisen zu können. Und
sein Leben geriet wieder in Gefahr- man
gönnte Cecko nicht einmal die letzten
Wochen dort. Hilfe kam wieder von der DB
Tierhilfe- Cecko wurde in das ohnehin überfüllte
Tierheim gebracht und blieb dort bis 31.
Juli, dem Tag, an dem er für immer
Bulgarien verließ und in ein glückliches
Zuhause in die Schweiz zog.
Viele Menschen trugen zur glücklichen
Schicksalwendung bei. Cecko bedankt sich
herzlich bei der Frau, die ihn gefunden
hat, Katia, Kristina, Violeta, Geri, Dr.
Markova und dem Team und besonders bei Herrn
Dimitrov, der seine Abreise ermöglicht
hat.
In seinem neuen Zuhause geht es Cecko sehr
gut, er ist stubenrein, lieb und versteht
sich mit seiner älteren Schwester Ronja
auch prima. Ein echter Glückspilz!


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