 |
Die Entstehung des Tierheimes
in Dobrich
Indem wir Tiere töten,
bringen wir Kindern bei, dass nicht jedes
Leben gleichviel wert ist. Darin liegen
die Wurzeln des Faschismus. Die Traumatisierung
der Kinder durch Gewalt am Tier, die sie
unter dem Vorzeichen von Normalität
erfahren, hat verheerende Folgen für
die Kinder.
Dr. Erika Gartmann
|
Wie entstand das Tierheim?
 |
Mit ihr hat es begonnen: ihre
Welpen hat man gefangen und in die Tötungsstation
gebracht, sie selbst wurde angefahren und
von einer jungen Frau gefunden und gerettet.
Diese Frau machte sich auf die Suche nach
den Welpen und kam in die Tötungsstation.
Was sie dort sah raubte ihr Schlaf und Appetit.
Sie konnte keine Ruhe mehr finden und sie
gab den verantwortlichen Stellen keine Ruhe
mehr. Die Hündin heißt - (auch)
- Gina. Ihre Retterin heißt Maria. |
Anfang des Jahres 2002 erreichte uns der Anruf Maria
Velikowas aus Dobrich,
in dem sie uns von den massiven Tötungen der
Straßenhunde und von den entsetzlichen Zuständen
in der Tierstation berichtete. Durch unsere sofortige
Intervention erreichten wir ein Ende der Tötungen
und eine Übernahme der Station, mit der Option
dort flächendeckende Kastrationen vorzunehmen.
Dafür werden die Betriebskosten von der Gemeinde
weiterhin getragen. Innerhalb von drei Wochen, im
Mai 02 , entstand aus einer heruntergekommenen,
nach Tod und Leid riechenden, Tötungsanstalt
ein helles, sauberes Tierasyl, mit Platz für
bis zu 80 Hunden und
großem Auslaufgelände. Frau Velikowa
leitet die Station ehrenamtlich und mit großem
Einsatz; dabei wird sie von einer Tierpflegerin,
einem zugelassenen Tierarzt, sowie zwei Absolventen
der Veterinärfachschule unterstützt, die
als Fahrer unseres Transport-Pick-ups
und des Operationsfahrzeuges, in dem Bürger
der Region ihre eigenen Tiere, ebenso von ihnen
betreute Straßenhunde, kostenlos kastrieren
können, arbeiten. Somit haben wir schon vier
Arbeitsplätze geschaffen, was für die
Akzeptanz des Tierasyl ungemein wichtig ist, und
es sollen noch mehr werden.
 |
Er war der Letzte: bei der
Übernahme der Station fanden wir ihn
vor, zusammengekauert und verängstigt,
in der Ecke seines Zwingers. Er hat den Tod
seiner Leidensgefährten miterlebt und
überlebt und das Tierasyl ist nun sein
Zuhause. Somit war er der Erste. Felix, der
Glückliche. |
| Dann kamen Roschko
und Boschko, zwei
junge Rüden, gefunden an der Steilküste
in Sveti Konstantin, befallen mit über
fünfhundert Zecken und kaum noch imstande
zu laufen. Nach seiner Genesung konnte Boschko
(der Weiße) an eine bulgarische Familie
vermittelt werden. Auch das ist inzwischen
möglich und ein wichtiges Ziel unserer
Arbeit. Der Tierschutzgedanke muss in den
Köpfen und Herzen der Menschen des Landes
verankert werden, denn wir können und
wollen nicht Tausende von Tieren außer
Landes bringen! |
 |
Hier warteten sie auf
den Tod: die Station im April 02
|
Jetzt warten sie auf
Futter...
|
Unser Tierarzt beim
Kastrieren....
|
...und ich bin auch
bald dran!
|
Dies ist in erster Linie eine Kastrationsstation.
Wir können nicht alle Tiere der Region als
Dauergäste aufnehmen, weil wir sie weder
unterbringen noch ernähren könnten.
Dennoch befinden sich mittlerweile zwischen 300
und 400 Hunde dauerhaft auf einem Gelände,
das nur für 80 Tiere
angelegt war und natürlich jagen wir
sie nicht weg. Aber das bedeutet, dass wir unentwegt
neues Terrain schaffen müssen, neues Gelände
einzäunen, neue Hundehütten brauchen.
Wenn das Projekt - dem sich ja inzwischen noch
zwei weitere Heime hinzu gesellt haben - überleben
soll brauchen wir finanzielle Hilfe.
|
Frühjahr 2003:
Wir haben: etwa 900 Hunde kastriert; zur
Zeit 260 Dauergäste; über 100
Welpen und Junghunde ausgeflogen; an die
50 Hundehütten aufgestellt; 3 Tonnen
Hundefutter angefahren;10 000 qm Gelände
umzäunt; einen Transporter und ein
Operationsfahrzeug auf der Donau hinuntergeschifft;
das Dach saniert; einen OP-Raum, eine Küche,
eine Toilette eingebaut; eine Waschmaschine,
eine Gefriertruhe, eine Telefonanlage angeschafft;
die Fußböden gefliest (noch in
Arbeit): einen Tierarzt, zwei Assistenten
und eine Tierpflegerin eingestellt: mindestens
6820 € für Medikamente und OP-Bedarf
ausgegeben; mindestens 2500 km verfahren,
um hilfsbedürftige Tiere einzusammeln;
5 x die Reise nach Dobrich angetreten, 2
x davon im Winter, also ein Abenteuer-Treck;
eine Menge auf die Beine gestellt!
Aber wir haben keine Zeit uns auf
unseren Lorbeeren auszuruhen, falls uns
jemand welche überreichen möchte:
Dobrich ist ein Idyll, aber es ist eine
Insel inmitten von Tod und Leid!
|
Und es geht weiter. Infos zu Schumen und Rousse
unter "Unsere Tierheime"
|