Leserbriefe
zum Stern-Bericht vom 15.12.2005 "Gefährliches Mitleid"

Auch viele andere Tierschützer, die im ausländischen Tierschutz arbeiten, äußern lautstark ihren Unmut. Wir wollen sie hier zu Wort kommen lassen, für den - überaus wahrscheinlichen Fall - dass der Stern es nicht tun wird.

Die unten aufgeführten Sätze beziehen sich auf einen Artikel des Magazins Stern, Ausgabe 51, 2005 mit dem Titel „Gefährliches Mitleid“. (Artikel)
Dieser Artikel hat mit anständigem Journalismus nichts gemein und verlangt eine Erwiderung. Wenn ich diese Leute schon nicht vor Gericht bringen kann, möchte ich ihnen zumindest schriftlich mitteilen, dass sie für mich Tierrassisten und üble Lügner sind.
Da wird in Griechenland das gesamte Deutsche Volk durch die Medien als Hundewurstesser, Laborverkäufer und Hundelederhändler beschimpft und beleidigt. Im Gegenzug wird durch Deutsche Stellen nicht etwa protestiert, nein, einige Spinner mit selbst angedichtetem Expertenwissen fallen diesen Tieren und denen, die sich teilweise für sie aufopfern von Deutschland aus auch noch in den Rücken. Es wird langsam Zeit, dass sich diese Herrschaften einer öffentlichen Diskussion stellen. Darf denn in Deutschland mittlerweile jeder Depp sein Unwissen in den Medien verkaufen? Ich fürchte: ja!


Hubert Tieß - Abou Hamdan
63088 Nikiti / Chalkidiki/ Griechenland
Tel.: 0030 23750 23592

++


Mitleid, Geschäfte oder einfach nur Anständigkeit?

Wieder haben einige Akteure der Aktion „Deutsche Straßen gehören Deutschen Hunden“ zugeschlagen. Die Rezeptur für die im Stern veranstaltete Hetzkampagne gegen Tierschützer ist simpel gestrickt. Man nehme ein bisschen Amtsveterinär, eine Spur Apel vom Deutschen Tierschutzbund und eine sog. Expertin. Abgelöscht wird die ranzige Brühe mit einer Beschlagnahmung von Hunden am Niederrhein. Wer die Sprache der Ökonomie für den Text befohlen hat, lässt sich nicht klar zuordnen. Vielleicht war es dieser Herr Werner Schmitz, der sich als Chefkoch des Artikels „Gefährliches Mitleid“ feiern lässt.

Wer sind die Zutaten für die widerliche Suppe, die da der Herr Schmitz zusammengebraut hat? Einige unserer Amtsveterinäre sind immer zur Stelle, wenn es darum geht, Ordnung und Sauberkeit vom Schreibtisch aus zu proklamieren. Dieselben Kameraden segnen auch die europaweite Tierquälerei in den Massenzuchtbetrieben, die grausamen Tiertransporte und die Pelzproduktion für Modepüppchen ab. Ihr tiermedizinisches Wissen basiert des Öfteren auf der Stufe des Grundstudiums und wird nur wegen der Amtsgewalt ertragen. Diese Zutat taugt für eine moralisch angesetzte Debatte über den Tierschutz nur bedingt, wenn überhaupt. Der Beitrag des Herrn Apel ist hinlänglich in anderen ungenießbaren Speisen der Öffentlichkeit vorgetragen worden. Diese personelle Fehlbesetzung auf Vereinsebene hält einen Hundewelpen vor die laufende Kamera, grinst blöd und setzt ihn zurück in die Tötungszelle. Für ihn muss Mitleid tatsächlich etwas Gefährliches sein. Frau Feddersen- Petersen kann den üblen Geschmack der Brühe nie und nimmer retten. Die passionierte Hundezüchterin gibt Statements über Tiere ab, die sie überhaupt nicht kennt. Pariahunde, wie sie in afrikanischen Dörfern leben und vielleicht auch vor 50 Jahren in den Mittelmeerländern lebten, sind nicht die Hunde, vor denen Apel und Co. den Leser warnen wollen. Die Dame braucht aber für ihre absolut unsinnigen „Forschungen“ massenweise Fördergelder und wird deshalb immer wieder als Expertin auftreten.

Warum aber wurde die Brühe ranzig? Ein Journalist sollte wohl nie einen Artikel über Themen verfassen, von denen er selbst keine Ahnung hat. Nur im Vertrauen auf Akteure, wie eben kurz beschrieben, kann kein Gaumenschmaus entstehen. Seine Experten lehnen sich wieder in ihre steuerfinanzierten Ledersessel zurück und als Verantwortlicher für den inhaltlichen Schwachsinn bleibt unser Herr Schmitz zurück.

Der Beitrag strotzt ja nur so von Polemik, fachlicher Inkompetenz und Beleidigungen. Der Leser hat im Artikel nicht erfahren, ob die Tierfreunde aus Istanbul nun Geschäftemacher waren, oder einfach nur aus Mitleid über die Situation der Tiere in der Türkei so gehandelt haben. Letzteres soll nicht die gemachten Fehler entschuldigen, aber zumindest kann man Verständnis für ihr Verhalten entwickeln. Nur für die Statistiker unter uns; in der Türkei wären von den 73 ausgesetzten, keine Pariahunde a la Feddersen-Petersen, Hunden wahrscheinlich 73 vorzeitig und unter grausamen Verhältnissen gestorben.
Die Amtsveterinärin Wilczek beschreibt die Flugpaten indirekt als dämliche Opfer einer Schleusermafia und stellt sie auf eine Stufe mit Drogenkurieren. Dafür gehört diese Dame normalerweise vor Gericht und sollte anschließend ohne den fetten Pensionsanspruch gefeuert werden. Solche Personen sind kein Aushängeschild für das Deutsche Beamtentum.
Die Auslassungen von Herrn Schmitz über den WDR und die Schutzgebühren der „Istanbuler“, die übrigens auch beim Tierschutzverein Düsseldorf so bezeichnet werden, sind mehr als dümmlich. Zum einen dürfte das Düsseldorfer Tierheim keine nennenswerte Anzahl von Welpen verkaufen. Uns ist kein einziger südländischer Verein bekannt, der in dieses Tierheim Hunde geben würde, andererseits deckt der Preis von 100 Euro/Welpe bei ordnungsgemäßer Abgabe nicht einmal die Grundkosten. HD belastete Deutsche Zuchthunde werden im Schnitt für 800 Euro verkauft, warum sollte ein Tierschutzverein, der keine kommerziellen Interessen verfolgt, nicht eine kostendeckende Schutzgebühr verlangen. Abgesehen davon liegt die Schutzgebühr von 220 Euro im Mittelfeld aller in Deutschland anerkannter Tierheime.
Frau Wilczek wittert ja auch ein wahnsinnig tolles Geschäft mit den Straßentieren. Ihr Geruchsinn ist einfach verkümmert. Die arme Frau hat schlicht und ergreifend keine Ahnung von den Finanznöten der Tierschutzvereine. Den Vogel schießt aber ein gewisser Herr Karl Fikuart, Vorsitzender im Tierschutzausschuss einer überflüssigen Tierärztekammer, im Artikel ab. Er nennt sich Tierschützer und ist der „Restmüllentsorger“. Neben den verhaltensgestörten Abgabehunden deutscher Züchter muss er sich auch noch um den „Restmüll aus den Süden“ kümmern. Für einen selbst ernannten Tierschützer sind solche Formulierungen schon mehr als bedenklich.
Das Schlimme an solchen „Experten“ ist ihr latent auftretender Hunderassismus, ihr fachlich unterdeterminierter Kenntnisstand und die fehlende Ehre im Leib. Sie beleidigen tausende gut arbeitender Tierschützer mit den Wissen, dass sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden können. Würde man solche Statements auf der Ebene von Menschenrechtsorganisationen wahrnehmen, Schmitz und Co. müssten sich wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten.
Unser Schreiberling vom Stern will nur Geld verdienen. Er ist der Tölpel in der Puppenspielerküche.
Wir sollten aber unsere „Experten“ nicht so unwissend sterben lassen. Pariahunde gibt es weder in Griechenland, der Türkei, Spanien und sonst wo in Europa. Deshalb sind die Ausführungen von Frau Feddersen-Petersen auch nicht genießbar. Mit Worten wie „nicht sozialisierbar“ und „Reizüberflutung“ hat sich die Dame vor Jahren schon als Expertin zu der Vermittlung von ausgesetzten Tieren in der HÖRZU geäußert und ihr Beitrag konnte schon damals unter der Rubrik Schwachsinn abgehandelt werden.
Supergeschäfte mit Straßenhunden lassen sich nur machen, wenn man ähnlich wie der Willi aus der „Biene Maja“ den Mathematikunterricht immer in der ersten Klasse verfolgen musste. Frau Wilczek sollte doch einfach mehr Zeit auf Schlachthöfen und in Wurstfabriken zubringen. So könnte sie wirkungsvoll ihre Brötchengeber, sprich den Steuerzahler, vor den Verzehr von Schlachtabfällen schützen.

Es gibt keinen einzigen, wissenschaftlich dokumentierten Fall der direkten Übertragbarkeit von Leishmaniose von Hund auf Hund oder von Hund auf Mensch. Wäre dies der Fall, hätten die Bewohner von Madrid, Rom oder Athen alle Leishmaniose. Die Behandlung von Leishmaniose ist kostengünstig möglich und die Tiere haben auf abgesenktem Erregerstatus eine ganz normale Lebenserwartung.
Alles, was in diesen Artikel zusammengebraut wurde, dient zur Panikmache von Hundebesitzern, die sich nicht für einen zusammengezüchteten Hund deutscher Hinterhofzüchter entschieden haben. Der Autor und seine selbsternannten Experten bedienen sich ganz bewusst der Lüge. Diese Leute haben zu verantworten, wenn in den kommenden Tagen besorgte Mütter unter Tränen den lieb gewonnenen Familienhund beim Restmüllentsorger Fikuart abgeben wollen. Die Züchterlobbyisten bringen mit ihrer verlogenen Hetze Leid über Mensch und Tier. Sie sollten sich schämen!

Im Tierschutz geht es nicht um Profit. „Schwarze Schafe“ im Bereich des Tierschutzes wird es aber immer geben, wie es auch korrupte Amtstierärzte, trottelige Tierschutzvereinsvorsitzende und überhebliche Schwätzer geben wird.
_______________________________
"Die kalte Schnauze eines Hundes ist manchmal erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit einiger Mitmenschen."


Betreff: Nochmals: Dringend: STERN Artikel - Reaktionen und Aktionen
Hallo alle zusammen,

und noch einmal sende ich Infomaterial (mir zugesandte EMail samt Leserbriefen und Stern-Bericht im Anhang) zu dem besagten Sternbericht. Ich schließe mich hundertprozentig dem an, was Biggie bereits unten geschrieben hat.

Bitte nehmt euch alle ein wenig Zeit und schreibt auch Ihr einen gesalzenen Leserbrief an den Stern. Solch unqualifizierte Artikel von Möchtegern-Spezialisten führen dazu, dass das in Kleinstarbeit Aufgebaute in Sekunden zerstört wird. Der Otto-Normal-Verbraucher fliegt doch auf diese Art der Schmierenberichterstattung mit den Worten: "Siehst, habe ich doch immer gesagt!" Woher sollen wir denn noch Flugpaten rekrutieren? Wer ist dann noch zu einer Geld- oder Sachspende bereit? Wer will noch einen "südländischen" Hund/Katze? Bei den Damen und Herren des Stern bedarf es m.E. einer intensiven und gezielten Aufklärungsarbeit, damit solche Artikel nicht mehr erscheinen bzw. vielleicht sogar ein Korrektur-Artikel veröffentlicht wird! Dass es schwarze Schafe im Tierschutz gibt, wissen wir alle... aber gibt es die nur da?

Also, ran an den Fall!!!!!

Lieben Gruß
Marie Sasse


Hallo Ihr Lieben,
in der Anlage wieder ein absoluter Schlag auch gegen unsere Arbeit. Kann es sein, dass ein Blatt, etwas so Wertvolles wie das Retten von Leben so verunglimpft ohne überhaupt die leiseste Ahnung davon zu haben? Ich denke, sie sollen merken, dass das so nicht geht.

Also, seid so gut, leitet es an alle weiter die ihr kennt, schreibt Leserbriefe, dass ihnen die Ohren klingeln.

Es wird nicht allzu viel nutzen - aber vielleicht bewirken, dass in Zukunft ein wenig recherchiert werden muss, bevor jemand so einen Artikel veröffentlichen darf.

Danke, liebe Grüße
Brigitte



Leute "mit Brett vor dem Kopf" in Zukunft FischerKropp@aol.com schrieb am 05.01.06 12:35:58:
- 1. Vorsitzender -
Info-Brief Nr. 02/2006
05. Januar 2006

Artikel in der Zeitschrift STERN, Ausgabe 51/2005

Die Zeitschrift STERN hat in seiner Ausgabe 51/2005 einen Artikel über den Auslandstierschutz veröffentlicht (siehe unten und im Anhang), der schlecht recherchiert, äußerst subjektiv, tendenziös und ehrabschneidend für alle Tierschützer und Tierfreunde, also auch für uns ist.

Aus dem Kreise unseres Vorstandes wurden zwei Leserbriefe geschrieben, sie sind nachfolgend abgebildet:

Leserbrief von Dr. Hans Lucht (Kassenwart)

Stern-Leserbriefredaktion
Brieffach 18
20444 Hamburg

E-mail: briefe@stern.de

Leserbrief zu Ihrem Artikel "Gefährliches Mitleid" im Stern 51 / 2005

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Schmitz,

ich denke Liebe, Mitgefühl und auch Mitleid sind durchaus positive menschliche Eigenschaften gegenüber jedweder Kreatur, die es eher zu fördern gilt, als sie mies zu machen!!
Von daher sollte Ihr o.g. Artikel eher unter der Rubrik : Gefährliche Fehlinformation laufen!

Recherche, Inhalt und insbesondere Diktion Ihres Artikels können einem Tier- und Menschenfreund eigentlich nur die Schames- wenn nicht gar die Zornesröte ins Gesicht treiben!

Ich weiß als langjähriger Kreta-Urlauber mit, auf eigene Kosten" z. Zt. 4 nach Kiel "verschleppten Import-Hunden" - sprich herrenlosen ihrem Schicksal überlassenen Streunern, und 12 ebenfalls zum Teil von Kreta "entführten" Katzen in unserem Hause nur zu gut, wovon ich rede. Von nichts anderem nämlich, als einer unfassbaren Zuneigung und Dankbarkeit dieser vor dem sicheren Tod bewahrten herrenlosen Tiere. Unsere 3 Kinder lernen so ganz nebenbei, wie Leben jenseits jeglicher "Profitmaximierung" funktioniert und wie zufrieden und glücklich dies machen kann.

Als Kassenwart des Fördervereines Tierfreunde Kreta e. V. , der die über 16-jährige Tierschutzarbeit von Silke Wrobel auf Kreta ideell, finanziell und materiell mit vielen Tierfreunden gemeinsam unterstützt, habe ich einen realistischen Einblick in das "extrem lohnende Geschäft" bei dem Handel mit Straßenhunden", denn auch wir verlangen Schutzgebühren, für über unseren Förderverein vermittelte Tiere, die ausnahmslos selbstverständlich tierärztlich untersucht, geimpft, gechipt und mit den EU-rechtlichen Papieren, entweder mit unserem gespendeten vereinseigenen Tiertransporter Sammy einem ehemaligen Notarztwagen, oder aber mit Hilfe von vielen "ahnungslosen, einem Drogenkurier vergleichbaren, missbrauchten Kretaurlauber" als Flugpaten nach Deutschland gekommen sind.
Sämtliche Kosten für Futter, Transport sowie insbesondere die Behandlungskosten unserer griechischen Tierärzte werden entweder vom Tierfreunde Kreta e. V. oder Silke Wrobel selbst bezahlt !!

Das "lohnende Geschäft", bei dem zudem auch noch "massiv gegen das deutsche Tierschutzgesetz und die Einfuhrbestimmungen der EU verstoßen wird", kann ich als Kassenwart des Fördervereines Tierfreunde Kreta e. V. beim besten Willen nicht nachvollziehen!
Dieses "Geschäft" ist schlicht und ergreifend ein Zuschussgeschäft und nur mit Hilfe von vielen tierliebenden, ehrenamtlich arbeitenden und spendenfreudigen Mitmenschen überhaupt zu realisieren. Dies alles ausschließlich im Interesse der von Menschen vernachlässigten, geschundenen und entsorgten armen Kreaturen.
Genau diesen aber haben Sie mit Ihrem schlecht recherchierten und Stimmung machenden Beitrag einen wahren Bärendienst erwiesen, schade !!!

Tiere kennen keine Grenzen und sie haben keine Lobby !

Schon Arthur Schopenhauer schrieb :
" Wovon sollte man sich von der endlosen Verstellung,
Falschheit und Heimtücke der Menschen erholen,
wenn die Hunde nicht wären, in deren ehrliches Gesicht
man ohne Misstrauen schauen kann?"

Mit freundlichen Grüßen
Dr. med. dent. Hans Lucht
Kassenwart
Tierfreunde Kreta e. V.

P. S. Ich habe mir erlaubt, zu Ihrer weitergehenden Information einige Ausdrucke von
unserer Homepage www.tierfreunde-kreta.de sowie die gerade erschienene Dez. Ausgabe der Tierfreunde Kreta News Nr. 4 beizulegen.
Vielleicht kann Sie dies veranlassen, einmal mit uns in ein ausführliches Gespräch zu kommen, um gelegentlich einen umfassenderen, gut recherchierten und seriöseren Artikel über den Auslandstierschutz, so z. B. unsere Tierschutzarbeit auf Kreta und in Deutschland nachzuschieben.

Dr. med. dent. Gerhard Henisch, zuständig für PR- und Öffentlichkeitsarbeit, steht Ihnen selbstverständlich ebenfalls jederzeit für Fragen zur Verfügung, ebenso wie Dieter Fischer, Oberstleutnant a.D., 1. Vorsitzender Tierfreunde Kreta e. V.


Leserbrief von Nicole Eilers (Verantwortlich für die Tiervermittlung)

Nicole Eilers Bremerhaven, 04.01.06
Graudenzer Str.10
27576 Bremerhaven


Stern-Redaktion
Am Baumwall 11
20459 Hamburg


Stellungnahme zum Artikel Gefährliches Mitleid Ausgabe 51

Sehr geehrte Damen und Herren,

kurz zu meiner Person: Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester und einem Studium der Psychologie habe ich die Leitung eines Altenhilfezentrums übernommen.
In meiner Freizeit engagiere ich mich für den Tierschutz, sei es im In- oder Ausland. So ist es mir gelungen, die Redaktion und Moderation einer Tierschutzsendung zu übernehmen.
Um zu wissen, worüber ich rede und um Tieren in Not zu helfen habe ich in London Tierpsychologie studiert und mit einem Bachelortitel abgeschlossen. Seit diesem Tag stehe ich ehrenamtlich für die Beratung von Tierschutztieren zur Verfügung, während ich meinen Lebensunterhalt weiter in der Altenpflege verdiene.

Das sehr teure Studium habe ich selber finanziert und nie einen Cent für meine Beratungsgespräche bzw. gezieltes Training genommen. Auch die TV-Sendung erfolgt ausschließlich ehrenamtlich.

Kommen wir nun zu den Inhalten des STERN-Artikels:

1) Flugpaten zu kriminalisieren und mit Drogenkurieren zu vergleichen, finde ich für eine Zeitschrift wie den STERN äußerst befremdend".

2) Tollwut grassiert in vielen Urlaubsländern
Richtig wäre: Viel weniger als bei uns. Denn das Problem ist die Impfmüdigkeit der deutschen Hundehalter. Des weiteren sind die ausländischen Tiere bei Einreise zweifach geimpft und entsprechende Fristen müssen eingehalten werden.

3) Leishmaniose führt zum Tode und kann auf den Menschen übertragen werden
Leishmaniose ist in den meisten Fällen mit einfachen Medikamenten behandelbar. Es gibt verschiedene Erregerstämme. Das Problem ist die Unwissenheit und Panikmache von vielen deutschen Tierärzten (und von Berichten wie die des STERN).
Der Fall einer Übertragbarkeit auf den Menschen wurde bis heute nicht nachgewiesen.
Wenn dem dennoch so wäre, würde ich schon mal beginnen, alle Menschen, die in der Türkei, in Spanien oder Griechenland leben, unter Quarantäne zu setzen.

4) 220 Euro Schutzgebühr, ein lohnendes Geschäft
Diese Hunde werden zweifach geimpft, gechipt, kastriert, entwurmt...Sie haben einen EU-Tierausweis und unterstehen strengen Einreisebestimmungen.
Haben Sie schon einmal Fluggebühren für einen Hund bezahlt oder eine Flugbox gekauft?
Rechnen wir mal günstig, liegen wir bei ca.400 Euro pro Tier.
Wenn dann in Deutschland jemand meint, mit 220 Euro Abgabeschutzgebühr könnte man ein Geschäft machen, wundert es mich nicht, dass Deutschland pleite geht.

5) Nachhaltig wirkt das Wegfangen nicht

Das hat ja auch nie jemand behauptet, selbstverständlich werden parallel Kastrationsaktionen durchgeführt.
Warum wird darüber eigentlich nicht berichtet?

6) Frau Dorit Feddersen-Petersen in Ehren, auch mir ist sie während meines Studiums, zumindest inhaltlich, begegnet. Aber den Unterschied zwischen Pariahunden und südeuropäischen Straßenhunden sollte sie dann schon kennen.....!!??

7) Deutsche Tierheime voll vom Restmüll der Importvereine
Ganz davon abgesehen, dass Lebewesen für mich keinen Müll darstellen, sind die Tierheime voll von großen, nicht ausreichend sozialisierten, unverträglichen Hunden, oftmals mit Aggressionsproblemen. Gut vermittelbare deutsche Hunde finden schnell ein Zuhause und sind daher selten bei den Tierschutzvereinen zu finden. Ebenso die sehr gut sozialisierten, intelligenten, menschenbezogenen Hunde aus Südeuropa.
Übrigens besagen Statistiken, dass die häufigsten Verhaltensprobleme bei dem von uns Deutschen doch so sehr geschätzten Schäferhund auftreten, besonders wenn es um Aggressionsprobleme geht. Kein Wunder, wurden sie doch auf erhöhte Aggressions- und Verteidigungsbereitschaft gezüchtet. Ganz davon abgesehen, dass HD als besonderes Schönheitsideal angesehen wurde. Aggressionen treten bei Streunern nicht auf, sind sie doch bereits als Welpen daran gewöhnt mit anderen Hunden im Rudel zu leben. Jede Aggression beinhaltet die Gefahr der Verletzungen, Infektionen und damit eine geringere Überlebenschance.

Fazit: Ich habe es bei der Verhaltenstherapie mit überzüchteten Rassehunden zu tun und mit Menschen, die Bedürfnisse von Tieren ignorieren und beispielsweise Mäntelchen und Haarspangen ihrem Fiffi verpassen.

8) WDR-Sendung Tiere suchen ein Zuhause mit Claudia Ludwig
In dieser Sendung wird genau recherchiert. Wissen Sie wie schwer es ist, als Tierschutzverein in diese Sendung zu kommen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen?
In dieser Sendung wird mit Vorurteilen aufgeräumt, die zum Beispiel durch schlechte Recherchen des STERNS verbreitet werden. Diese, über die Landesgrenzen anerkannte, Sendung mit einem Millionenpublikum derart zu verunglimpfen, war ein schlechter Schachzug.

9) Sie können jetzt sagen, das geht mich alles nichts an, es herrscht Pressefreiheit. Aber ein gewisses Niveau würde ich an Ihrer Stelle schon einhalten.
Mit herzlichen Grüßen an Herrn Werner Schmitz,
verbleibe ich,
mit freundlichen Grüßen,

Nicole Eilers

Diesen beiden Leserbriefen ist eigentlich nichts hinzu zu fügen. Ich bitte Sie, sich selbst ein Urteil zu bilden. Ich persönlich setze aber diese Zeitung, bisher von mir als seriös betrachtet, auf meinen persönlichen Index. Ich werde sie nicht mehr kaufen. Ich möchte Sie auch bitten, diese Informationen möglichst weit zu verbreiten. Ich denke, die Tierfreunde in Deutschland sind schon eine Macht und der Stern sollte das spüren. Schreiben Sie auch Leserbriefe an die Redaktion dieser Zeitung, damit sie erkennen, dass sie hier Unrecht getan haben. Die Tiere werden es Ihnen danken.
Mit den besten Grüßen und bis bald
Ihr
Dieter Fischer
1. Vorsitzender

Norderstraße 20
D-24848 Kropp
Tel.: +49 (0) 4624 / 8688
Fax: +49 (0) 40 3603 012394
E-Mail: FischerKropp@aol.com
www.suche-herrchen.de

Von hundert Menschen liebe ich einen,
von hundert Hunden neunundneunzig

Marie von Ebner-Eschenbach



Zum Artikel „gefährliches Mitleid“ vom 15.12.05

Unser Verein kann sich im Zusammenhang mit dem Inhalt dieses Artikels nicht angesprochen fühlen, denn wir bringen zwar einige Hunde nach Deutschland , tun dies jedoch unter Beachtung der entsprechenden veterinärmedizinischen Bestimmungen, indem die für den Transport nach Deutschland vorgesehenen Hunde kastriert, vakziniert, gechipt und blutserologisch (in einem deutschen Referenzlabor) auf Antikörpertiter gegen Tollwut untersucht werden und nach einer entsprechenden Beobachtungsfrist (Quarantäne) unter tierärztlicher Kontrolle, dann erst ein Veterinärzertifikat für die Ausfuhr erhalten.


Außerdem macht unser Verein hauptsächlich genau das, was im Artikel als vorrangig genannt wurde, nämlich Kastration und Rückführung der Hunde an den Herkunftsplatz, wo sie dann als kastrierte, entwurmte und vakzinierte sowie gechipte "Platzhalter" ihren Bereich gegen unkontrollierte Zuläufer verteidigen, in der Regel auch Bezugspersonen besitzen, zu denen sie Vertrauen haben und gegebenenfalls Zuflucht oder Hilfe suchen (bei Hunger oder Krankheit).Daneben unterhält unser Verein drei Tierheime in Bulgarien und genießt ob dieser Tätigkeit hohes Ansehen im Land und wird immer als nachahmenswertes Beispiel und Modell für die Erleichterung des Schicksals herrenloser Straßentiere genannt. Die genannten Krankheiten sind typisch für die Mittelmeerländer, aber nicht für Bulgarien - auch die Tollwut hat man hier fest im Griff.

Ich halte den Artikel für gut im Hinblick auf unlautere Geschäftemacher, die dem Ansehen der echten Tierschutzvereine, wie es unser Verein ist, bei einem nicht kompetenten Leserkreis schaden und unsere
äußerst humanitäre Mission negativ beeinflussen, durch unverantwortliches und geldgieriges Verhalten und dessen in vielerlei Hinsicht negative Folgen.


So sehe ich die Dinge und hoffe, dass man in Deutschland weiter die echten Tierschützer von den falschen trennt und weiterhin ein Herz für die Not der Tiere in jenen Ländern hat, wo dem Tierschutz noch nicht der gebührende Platz eingeräumt wird.


Dr.Dr.vet. W.Lüpcke, Zweiter Vorsitzender der Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe e.V.

Varna/Bulgarien, d.31.12.2005



Leserbrief von Dr. med. Wilfried Müller

Dr. med. Wilfried Müller
Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Fachkunde Rettungsdienst/Leitender Notarzt
Certifikate Flugmedizin/Überdruckmedizin/Tauchmedizin/Akupunktur
CPL-IFR Theorie Fluglehrer im Fach Flugphysiologie


Tel.: +49-(0)2268 9090920
Fax: +49-(0)2268 9090921
Mobiltel: +49-(0)172 2176552
E-mail: Dr.Wilfried.Mueller@t-online.de Schultheismuehle@t-online.de
Internet: www.mediapark-klinik.de
www.anaesthesie-koeln.de

Datum: 27.12.2005



Sehr geehrte Damen und Herren,

es folgt ein Leserbrief zu Ihrem Artikel "Gefährliches Mitleid" in Stern 51/2005:

Zunächst suchte ich auf der Artikelseite den üblichen Hinweis "Anzeige". Man könnte den Eindruck gewinnen, dass dieser Artikel seitens der Rassehunde-Zuchtverbände initiiert sei!

Natürlich ist das "Tier in Not Istanbul - Beispiel" nicht stellvertretend für den Tierschutz im Süden und Osten Europas. Dies verschweigt allerdings Ihr Artikel. Er soll ja auch nicht abgewogen aufklären, sondern vielmehr "Stimmung machen" und in erster Linie Ängste schüren. Deshalb hätte die Headline "Gefährliche Halbwahrheit" dem Artikel sicherlich besser zu Gesicht gestanden.

Wenn Tierschutz so betrieben wird, wie viele redliche Tierschutzvereine und Organisationen diesen verstehen, sind die Hunde in der Regel entwurmt, ärztlich untersucht, kastriert, gechipt und geimpft. Addieren Sie lediglich diese 5 Positionen, erscheinen EUR 220 Schutzgebühr geradezu lächerlich. Dieser Betrag kommt vielerorts alleine durch die Kastration zu Stande. Dann davon zu sprechen, dass das Geschäft mit Straßenhunden ein extrem lohnendes Geschäft ist (Org. Veterinärin Wilczek) zeigt nur die Ahnungslosigkeit dieser Frau! Eigentlich sollte ihre Aufgabe doch sein, geschundenen und gepeinigten Tieren, egal welcher Herkunft, zu helfen. Dass sie dies schon nicht im eigenen Land beherrscht, veranschaulichte der vor kurzem stattgefundene Schweinezucht-Skandal in Hessen, in dem sie eine unglückliche Rolle spielte und der auch reichhaltig die Medien bewegte. Es ist erschreckend, welches Personal der Steuerzahler hierzulande bezahlen muss.

Tierschützer und tierliebe Urlauber, die mit offenen Augen durch die Welt gehen, mit Drogenkuriere zu vergleichen, schlägt dem Fass den Boden aus. Zunächst sei festgestellt, dass grundsätzlich der Besitz von Drogen eine Straftat darstellt. Der Besitz von Hunden ist derzeit noch nicht strafbar. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass hier andere, persönliche Interessen im Spiel sind. Die Leidensgeschichte vieler Tiere kommentiert hier offensichtlich jemand, der sich bis heute nie ernsthaft mit dem Thema Tierschutz jenseits deutscher Grenzen befasste. Bevor ich das Leid vieler Tiere in Süd- und Osteuropa bagatellisiere, würde ich lieber Schweigen empfehlen.

Wenn viele Urlauber "Ihre" Promenadenmischung aus dem Ausland mitbringen, so ist die Gefährlichkeit, dass diese Hunde Mittelmeerkrankheiten in sich tragen, genauso zu bewerten, wie Hunderttausende von Tierliebhabern die jährlich ein- und mehrmals mit Ihrem vierbeinigen Gefährten ins Ausland in den Urlaub fahren und dann verständlicherweise mit diesem auch wieder zurückkehren.

Hier noch ein paar Fakten: Leishmaniose beim Hund ist nicht heilbar, aber behandelbar. Bei vielen Hunden, die den Erreger in sich tragen, bricht die Krankheit nie aus, viele werden mit und nach Behandlung sehr alt. Leishmaniose wird nicht vom Hund übertragen sondern von der Sandfliege. Dieses vorrangig in Südeuropa vorkommendes Insekt sticht einen Leishmaniose-infizierten Hund und ist dann im Stande, unter Umständen diese Erkrankung mittels Stich auf einen gesunden Hund zu übertragen. Ob alsdann bei diesem Hund die Leishmaniose ausbricht, ist keinesfalls gesichert. Auf Grund globaler Erwärmung kommt die Sandfliege in einigen wenigen Landesteilen Deutschlands gelegentlich vor. Im übrigen hat die WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentlicht, dass weltweit 12 Mio. Menschen mit Leishmaniose infiziert sind, und jährlich 2 Mio. Neuinfizierte hinzukommen. Hier sei aber zu bemerken, dass diese Leishmanioseart ein gänzlich anderer Stamm ist.

In Zeiten der kurzen Wege, in denen das fernste Ausland nur wenige Flugstunden von uns entfernt ist, schwindet die Möglichkeit gänzlich, uns hier in Deutschland als abgeschlossenes Areal zu betrachten.

Natürlich müssen Hunde, die ins Land kommen, einen gültigen und "stehenden" Tollwutschutz haben. Aber gerade in Deutschland zu befürchten, dass die Tollwut zu uns ins Land geschleppt wird, ist geradezu lächerlich. Da hätten die meisten europäischen Länder weitaus mehr Grund, sich gegen uns abzuschotten, denn Deutschland ist definitiv ein Land mit nennenswerten Tollwutgebieten. Und diese wurde wohlgemerkt nicht importiert.

Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Besitzer des von Ihnen bezeichneten Restmülls der Importvereine bei Ihnen melden, und Ihnen davon berichten, wie sozialverträglich, anpassungsfähig, zuneigungsbedürftig und dankbar diese Tiere aus dem Süden Europas sind.

Bei allem Respekt vor Frau Feddersen-Petersen. Ich teile in vielen Bereichen ihre Meinung. Aber das "vor Ort kastrieren und wieder aussetzen" scheitert vielerorts an der Mentalität und dem Verantwortungsbewusstsein der Behörden, in erster Linie aber am klassischen Touristen, den auch in großer Zahl Deutschland stellt. Dieser Tourist bereist für 14 Tage Südeuropa und erwartet in der Regel hundefreie Strände und Ferienregionen. Um den Tourismus nicht zu gefährden, wird weggefangen, was nur zu fangen geht. Die staatlichen Tierheime quellen über.

Im letzten Absatz wird der Höhepunkt erreicht, in dem fachmännisch festgestellt wird, wie sich das übliche Hundeverhalten in bezug auf die angestammten Reviere beurteilt wird. Dort wird beschrieben, dass nachlassendes Konkurrenzverhalten eine längere Lebenserwartung der dort verbleibenden Tiere nach sich zieht. Ja hoffentlich !! Oder wäre es dem Vortragenden lieber, durch möglichst hohe Population die Lebenserwartung der dort lebenden Hunde drastisch zu senken?

Schade, dass eine derart einseitige Beleuchtung der Situation gepaart mit der massiven Schürung von Ängsten um Gesundheit und Wohlergehen Einzug in Ihre Seiten fand. Das Sommerloch sollte doch seit geraumer Zeit vorbei sein.

Es grüßt ein Halter von 8 Hunden, darunter 6 Südenhunde, darunter 4 Leishamionsepositive,

Dr. Wilfried Müller



Leserbrief von Frau Sasse


Marie Sasse
¤ Übersetzungen ¤ Sprachunterricht (Spanisch) ¤
¤ Fabritiusstr. 36 ¤ D 47829 Krefeld ¤
¤ Fon: (0) 2151 / 42457 ¤ Fax: (0) 2151 / 424631 ¤ E-Mail: Mojacera@aol.com ¤

04.01.2005

STERN-Redation
Am Baumwall 11
20459 Hamburg

Artikel: Gefährliches Mitleid - Ausgabe 51/2005


Sehr geehrte Damen und Herren,

als private Tierschützerin habe ich mit großer Bestürzung Ihren o.g. Artikel gelesen. Ich musste mich zwei Mal vergewissern, ob ich das Magazin STERN oder die BILD Zeitung oder die Zeitung THE SUN lese! Von Ihrem Magazin bin ich einen so schlecht recherchierten, äußerst subjektiven, tendenziösen und für alle Tierschützer und Tierfreunde ehrenabschneidenden Artikel nicht gewohnt.

Generell möchte ich zu Ihrem Artikel bemerken, dass es sich hierbei um eine fast böswillige Verzerrung der Tierschutzszene in Europa handelt. Es wird mit Effekt haschenden Schlagwörtern hantiert, und Ihre Thesen bzw. die, die Sie von "Fachleuten" übernommen haben, basieren auf einer stümperhaften Recherche zu diesem Thema. Was alleine daraus hervorgeht, dass dieses so diffizile und sensible Thema auf nur einer Seite mit zusammengestückelten Statements abgehandelt wird. Ich hätte mir von dem Medium STERN eine Profi-haftere Arbeit erwünscht.

Hilfreich wären für einen weiteren Anriss dieses Themas vielleicht einmal Kontakte zu entsprechend seriösen nationalen und internationalen Tierschutzorganisationen. Auch das ZDF würde Ihnen bestimmt gerne einmal aus seinen Archiven Recherchematerial zu den vom ZDF sehr sachlich und fundiert dokumentierten Sendungen zur Verfügung stellen. Eine weitere Grande Dame des Tierschutzes in Europa ist Frau Barbara Rütting, die sich auf politischer Ebene sehr für die "humane" Behandlung der Hunde von Sofia/Bulgarien einsetzt - einer weiteren großen "Baustelle", die es im Tierschutz zu bewältigen gibt. Auch Sie wird sicherlich gerne bereit sein, Ihr Redaktionsteam mit sachlichen Informationen zu versorgen.

Sie haben dem seriösen Tierschutz in Deutschland und Europa mit Ihrem laienhaften Artikel keinen großen Gefallen getan - im Gegenteil, Sie haben die vielen Mühen, Tränen, kleinen und großen Erfolge sowie menschlichen und "tierischen" Seelen mit Füßen getreten!

Im Folgenden nehme ich zu diversen diffamierenden Punkten in Ihrem Artikel Stellung.
Profitabler Hundehandel:

Ich engagiere mich als Privatperson seit Jahren dort im ausländischen Tierschutz, wo meine Hilfe und Fähigkeiten dringend benötigt werden. Wobei ich peinlichst genau darauf achte, dass mein Engagement nur seriösen Tierschutzorganisationen zukommt - also, Organisationen, die weit entfernt sind von einer Profitmaximierung durch Tierhandel!

Wenn Sie sich einmal die Mühe gemacht hätten, an der Basis des Tierschutzes zu recherchieren, hätten Sie sehr schnell Einsicht in die überstrapazierten Sollseiten der Bücher der Organisationen bekommen. Jeder seriöse Tierschützer zahlt bei seinen Hilfsaktionen immer drauf - und das größtenteils aus eigener Tasche!

Haben Sie sich einmal von einer Organisation die Kostenaufstellung vom Fundtag bis zur geglückten Vermittlung eines Tieres aufmachen lassen? Das geht von den Fahrtkosten über die medizinische Versorgung der größtenteils sehr kranken und misshandelten Lebewesen, deren Aufenthalte in den Refugios bzw. Auffangstationen, Impfungen, Wurmkuren, Kastrationen, Operationen, zweifaches Chippen zusammen mit dem EU-Tierausweis, bis hin zu den nicht unerheblichen Flug- resp. Transportkosten nach Deutschland, die Betreuung der Tiere in den Pflegestellen, bis zur Vermittlung der Tiere an den Endbesitzer. Wo ist da noch ein Profit zu erzielen? Da ist eine "Schutzgebühr" von EUR 220,00 weniger als der Tropfen auf dem heißen Stein!

Diskreditierung der Sendung "Tiere suchen ein Zuhause":

In dieser auch in Nicht-Tierschützerkreisen hoch anerkannten Sendung wird keine "Importware" an unbedarfte Tierfreunde verschachert. In dieser Sendung selektiert ein eingespieltes Team sehr genau, welche Organisation, welches Lebewesen, auf welche Art und Weise in der Sendung präsentieren darf. Schauen Sie doch auch dort einmal hinter die Kulissen und bleiben nicht vor der Kulisse stehen! Die Redakteure würden sich vielleicht über einen Besuch Ihres äußerst schlecht informierten und Phrasen dreschenden Teams dort sehr freuen. Und wenn Ihr Team dann noch den Schneid besäße, sich mit den Tierschützern vor Ort in den südeuropäischen Ländern auseinander zu setzen, würden diese Damen und Herren sehr schnell der nackten Wahrheit ins Auge sehen können: an Müllkippen festgebundene Hunde in Thessaloniki (eine dieser Hündinnen haben wir selber dort 2004 gerettet - sie lebt als gesunder, familienfreundlicher Hund bei uns!), erhängte Galgos auf Ibiza und Salamanca, mit Schrotkugeln durchlöcherte Jagdhunde in der Lombardei und der Toskana, bis auf das Skelett abgemagerte, apathische Hunde in Rumänien und Bulgarien. Weitere Ausführungen erübrigen sich hiermit. Und tatsächlich handelt es sich hierbei - wie Sie in Ihrem Artikel so ironisch schreiben - um "herzzerreißende Leidensgeschichten" brutalst geschundener Kreaturen.

Drogenkurier Dienste:

Mühsam rekrutierte Flugpaten für Tiere aus dem Süden mit einem Drogenkurier auf eine Stufe zu stellen, entbehrt jeglicher Pikanterie! Da hat sich Ihr Herr Werner Schmitz von einer sehr emotional denkenden Veterinärin zu unverzeihlichen Behauptungen hinreißen lassen. Weiß Herr Schmitz, was ein Drogenkurier ist, womit diese Art von Menschen handelt? Wir sprechen hier über Menschen vernichtende Substanzen, aber doch nicht von Tieren! Dieser Vergleich sollte aus ethisch-moralischen Gründen von Ihrer Redaktion korrigiert werden.

Kastrationen:

Vielleicht ist es Frau Feddersen-Petersen und Ihrer Redaktion bis dato entgangen, dass auf sehr vielen griechischen Inseln sowie auch auf dem spanischen Festland bereits seit Jahren die von ihr so gepriesenen "Kastrationsprogramme" laufen: Hund einfangen, kastrieren und zu gegebener Zeit wieder in seine gewohnte Umgebung entlassen. Aus langjährigen Erfahrungen werden Ihnen versierte Tierschützer mitteilen können, dass nur die Kombination aus diesen Programmen und das Einfangen von Hunden mit dem Ziel der Weitervermittlung in Nord-Europa zum Ziel führen werden, und das nur über einen langen Zeitraum.

Leishmaniose:

Es ist absolut korrekt, dass Leishmaniose in Mittelmeerländern eine extrem verbreitete Krankheit ist. Nur sollten Sie sich doch etwas kundiger machen bzgl. der Behandlungs- bzw. Heilungsmethoden sowie der Übertragung auf den Menschen. Die Medizin ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Leishmaniose mit einem gewissen Titer Wert gut behandelbar ist und das Tier keinerlei Beschwerden mehr haben muss. Teilweise haben Hunde mit einem Leishmaniose Titer bei regelmäßiger Kontrolle und ggf. Medikamentengabe ein Alter von über 14 Jahren erreicht! Absolut grotesk und medizinisch in keinem Fall erwiesen, ist jedoch Ihre Behauptung, dass Leishmaniose auf den Menschen übertragbar sein kann. Hierzu liegen keinerlei fundierte wissenschaftliche Ausarbeitungen vor.


Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mein und die wahrscheinlich noch anderen zahlreichen Empörungsschreiben dazu nutzen würden, das Thema "Internationaler Tierschutz" einmal von einer ganz anderen Seite, mit ganz anderen Quellen und einem ganz anderen Redakteur aufzugreifen.


Mit freundlichen Grüßen
- Marie Sasse -



Leserbrief von Frau Müller (Mitglied im Verein Tierfreunde Kreta e.V. und Redakteurin der Vereinszeitung Kreta News, Heft 4)

Leserbrief zum Artikel: "Gefährliches Mitleid" im Stern 51/2005

Missstände aufzudecken ist unter anderem eine Aufgabe der Presse. Und so werden nicht nur humanitäre Hilfsorganisationen, sondern auch Tierschutzvereine als schwarze Schafe entlarvt. Das ist auch gut so. Tatsache ist aber, dass die meisten Tierschutzvereine überaus engagiert, effizient und vor allem ohne Profit-Ambitionen für hiesige und auch "ausländische" Tiere tätig sind.

Letzteres ist im Zuge der zunehmenden Globalisierung völlig normal, denn nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere fallen die Grenzen. Der Verfasser des Artikels diffamiert eine ganze "Zunft" durch Verallgemeinerungen und mangelnde Differenzierung. Flugpaten und Tierschützer sind weder Drogenkuriere noch daran interessiert, Krankheiten in unser Land zu bringen. Die Ausbreitung von BSE, Aids oder der Vogelgrippe haben Tierschützer sicher nicht zu verantworten!

Es gibt Menschen, die Tiere ungeachtet von Herkunft, Aussehen, Alter…lieben. Das ist doch respektabel. Respektabler als die Machenschaften mancher Züchter, die Tiere wegen fragwürdiger Schönheitsideale verformen (z.B. Rückbildung der Riechorgane von Perserkatzen und Möpsen) und leiden lassen.

Petra Müller
Sauerbruchstraße 10
41464 Neuss



Leserbrief von Frau Düser (Mitglied im Verein Tierfreunde Kreta e.V.)

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Befremden habe ich den o. g. Artikel zur Kenntnis genommen.
Ich hatte zwar bisher noch nie den Eindruck, dass es dem "Stern" um seriöse Berichterstattung geht, hätte ihm aber doch einen so schlecht recherchierten demagogischen Schwachsinn nicht zugetraut.
Es mag auch unter Tierschützern "schwarze Schafe" geben - wie in jedem Bereich - und darüber darf und muss auch berichtet werden, aber die Art und Weise, wie Sie in diesem Artikel Menschen diffamieren, die sich mit ihrem Geld, mit ihrer Kraft und Zeit für Tiere im Ausland engagieren, macht mich wütend.
Ich bin seit Jahrzehnten im deutschen Tierschutz tätig und habe im Laufe der Zeit 7 Hunde und 5 Katzen aus deutschen Tierheimen zu mir genommen (noch nie habe ich dort einen Hund für € 1oo,-- bekommen - das muss ein Druckfehler sein!) und habe seit einiger Zeit einen Schäferhund aus Athen, dem man dort alle 4 Beine gebrochen hat. Griechische Tierschützer haben ihn gerettet, ein Bein musste leider amputiert werden. Ich habe "Justice" - so haben ihn die Athener Tierschützer genannt - zu mir genommen, weil ein dreibeiniger Schäferhund in Athen nicht die geringste Überlebenschance gehabt hätte, und weil ich großen Respekt vor der Arbeit der griechischen Tierschützer habe, die aus Spendengeldern und aus ihrer eigenen Tasche die aufwendige medizinische Behandlung und den Flug bezahlt haben. Diese Menschen waren so froh, dass Justice ein Zuhause bekommt, dass ich nicht einen Euro bezahlen sollte! Ich weiß, dass die € 2oo,--, die ich für Justice bezahlt habe, ein Tropfen auf den heißen Stein waren, denn er hat die Athener Tierschützer mit Sicherheit Kosten im vierstelligen Bereich verursacht.
Wenn ich mich recht erinnere, haben Gazetten wie der "Stern" durchaus vor der Olympiade darüber berichtet, dass Athen in grausigen Tötungsaktionen die Stadt von Streunerhunden "säuberte". Die Hunde wurden ertränkt, erschlagen, vergiftet. Viele Griechen füttern Glasscherben in Fleisch, damit die Hunde elend verenden. Ich empfinde es als einen Hohn ohnegleichen, wenn Frau Dorrit Feddersen-Petersen der Meinung ist, diese Hunde seien an ihre Umwelt angepasst. Kein Lebewesen ist an Verfolgung, Folter und Tortur angepasst!
Sie wären gut beraten gewesen, wenn Sie sich vorher über das Thema Mittelmeerkrankheiten informiert hätten, oder war es absichtlich Panikmache? Leishmaniose ist gut behandelbar und nicht auf den Menschen übertragbar. Seriöse ausländische Tierschützer testen jeden Hund auf Mittelmeerkrankheiten und geben beispielsweise den Leishmaniose-Titer an, und Gottlob gibt es immer wieder Tierfreunde in Deutschland, die ganz bewusst einen an Leishmaniose erkrankten Hund zu sich nehmen und ihn gesund pflegen.
Einem Menschen, der einem anderen Lebewesen helfen möchte, sollte es überlassen bleiben, wo und wem er hilft, ohne dass er dafür diffamiert wird.
Wir alle sind für die Zustände auf dieser Welt verantwortlich und können uns entscheiden, ob wir durch unser Denken und Handeln Licht oder Dunkelheit verströmen wollen. Ich werde auf jeden Fall auch im Tierschutz weiterhin über den Tellerrand gucken und nicht danach fragen, ob ein Tier die deutsche oder eine ausländische Nationalität hat sondern werde hoffentlich noch viele Tiere retten können, deren Leben unmittelbar bedroht ist.
Wenn alle ausländischen Mitbürger so wenig Schaden in Deutschland anrichten würden wie die Hunde, die aus dem Ausland hierher kommen, wären wir wahrlich gut dran!

Mit freundlichen Grüßen

Renate Düser
Lindenweg 27
24848 Kropp



Leserbrief von Frau Lerch (Mitglied im Verein Tierfreunde Kreta e.V.)

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider habe ich erst heute von dem vorbenannten Bericht erfahren, da ich aus guten Gründen das Lesen des Sterns schon vor Jahren eingestellt habe. Dieser Bericht zeigt mir einmal mehr, wie gut meine Entscheidung doch war. Stimmungsmache und einseitige Recherche bringen möglicherweise Quantität; meine Lektüre zeichnet sich dagegen durch Qualität aus. Dies nur am Rande.Auch ich gehöre zu den "geprellten, unwissenden Tierliebhabern", die einen Hund aus dem Ausland ein Zuhause gegeben haben. Bereits zum 2. Mal; den ersten Hund habe ich selbst aus Südamerika verschleppt - ein verdammt teures
Flugticket bezahlt - und in den 13 Jahren, die mir mit diesem Hund vergönnt waren, habe ich es nicht eine einzige Sekunde bereut. Wäre der Hund dort geblieben, wäre er im Rahmen der "Straßensäuberung" kein halbes Jahr alt geworden. Unser neues Familienmitglied stammt aus Rumänien; wir haben ihn selbstverständlich komplett geimpft, gechipt mit EU-Heimtierpass,
Entwurmungstabletten und vielen schriftlichen Tipps zur Eingewöhnung, an einem Treffpunkt in Deutschland abgeholt. Dafür haben wir eine Schutzgebühr von 160,00 Euro bezahlt - wir haben noch etwas drauf gelegt. Im Gegensatz zum Verfasser des Beitrages bin ich schon im Bilde, welche Kosten, und vor allem Mühen, seriöse Vereine auf sich nehmen um den Tieren zu helfen. Im Vorfeld sind Vorkontrollen durch ehrenamtliche Helfer durchgeführt worden. Eine Nachkontrolle fand ebenfalls statt. Dafür kam eine ehrenamtliche Mitarbeiterin jeweils 50 km einfach zu uns gefahren, um zu sehen, wie es unserem Hund geht. Mit dem Verein stehen wir auch heute noch in Verbindung.
Glauben Sie wirklich, dass das ein lohnendes Geschäft ist? Ganz zu schweigen von den Hunden, die gar nicht vermittelbar sind, da sie zum Teil jegliches Vertrauen zu den Menschen verloren haben und in der Obhut des Vereins in Rumänien bleiben müssen. Aber auch sie werden tierärztlich versorgt und gefüttert.
Da Geld bekannterweise nicht vom Himmel fällt, aber benötigt wird, können die Hunde nicht einfach so "verschenkt" werden. Das dürfte doch eigentlich nicht zur Debatte stehen - oder?

Wenn Sie Berichte dieser Art in die Welt setzen, wäre es nur fair von Ihnen, nur einen einzigen Tag mit einem seriösen Verein zu verbringen. Warum fragen Sie nicht mal bei Frau Silke Wrobel (Tierfreunde Kreta e.V.) nach, ob Sie sie bei Ihrer Arbeit begleiten dürfen? Vielleicht würden Sie, und die kompetente Tierärztin, dann feststellen, dass das Leben der Straßenhunde
doch nicht so heiter und glücklich verläuft? Könnte sein, dass sie Hunden begegnen, die sehr gerne "verschleppt" werden möchten, weil es ihnen dreckig geht, sie gequält werden und am Verhungern sind?

Wenn Sie aufdecken möchten, wo tatsächlich das Geld verdient wird, sollten Sie sich die zahlreichen, profitgeilen Hinterhofzüchter vornehmen. Da werden sehr, sehr oft kranke Hunde für sehr viel Geld verkauft. Vor- oder Nachkontrollen finden da mit Sicherheit nicht statt, da es sich lediglich um Ware handelt. Warum berichten Sie nicht über die Krankheiten und
Wesensveränderungen durch Überzüchtung, schlechte Haltung und mangelnde Sozialisierung in der Prägephase?

Was auch immer Sie tun, stellen Sie bitte nicht unsere Ex-Straßenhunde an den Pranger, als wären sie alle Träger von schrecklichen Krankheiten, die das Wohl der Nation bedrohen. Ein wenig mehr Respekt für Menschen, die an das Äußerste ihrer Leistungsfähigkeit gehen, um ein paar Tieren ein besseres Leben zu ermöglichen, wäre ebenfalls wünschenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Andreja Lerch, Höchst im Odenwald

So, wie es aussieht, könnte Herrn Werner Schmitz demnächst der Boden unter den Füßen etwas warm werden, sofern er ihm nicht schon unter demselben bebt, denn Frau Dr. Feddersen- Petersen hat in einem Schreiben an die "Tierfreunde Kreta" ebenfalls Stellung bezogen. Da staunt man doch wirklich sehr. Oder auch nicht.



Mail von Frau Dr. Feddersen-Petersen:

Sehr geehrte Frau Herrmann,

danke für die Zusendung des Artikels. Diesen finde ich reißerisch und distanziere mich von dem vereinheitlichenden Inhalt. Ich habe vor längerer Zeit mit einem bekannten Journalisten über die Eingepasstheit von Parias bzw. Dingos in ihre ökologische Nische gesprochen, beklagt, dass man zu wenig über deren Gruppenstruktur o.a. wisse - und gesagt, ich würde Parias, da sie infolge des Selektionsdruckes Sekundäranpassungen an ihr Biotop entwickelt haben, nicht in mitteleuropäische Haushalte setzen, da ich weiß, dass es böse Probleme geben kann, weil die Anforderungen dieser in Kleingruppen lebenden Hunde an ihre Umgebung zu different sind. Zu dieser Aussage stehe ich, habe auch wissenschaftliche Artikel darüber verfasst.
Aber es gibt da solche und andere!!!! Die Hunde, von denen ich sprach, sind aber hier, wo alles stark verallgemeinert und viel zu krass gezeichnet wird, offenbar gar nicht gemeint. Über die genannten Organisationen fiel kein Wort. Ich konnte mich zunächst gar nicht daran erinnern, zu diesem Thema etwas gesagt zu haben. Dann fielen mir die verwilderten Haushunde ein. Meine Unterhaltung von damals hätte ich für diesen Artikel natürlich nicht hergegeben. Zumal es so aussieht, als würde ich all das, was geschrieben wurde, kennen und gutheißen.
Dem ist nicht so. Ich werde mich darum kümmern.

Freundliche Grüße
Dorit Feddersen-Petersen



Leserbrief zu Ihrem Artikel "Gefährliches Mitleid" im Stern 51/2005

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ohne die Hilfsbereitschaft und natürlich auch das Mitleid Einzelner gäbe es nun mal überhaupt keinen Tierschutz. Zwar schreiben Sie ja selbst, man solle sich an die seriösen Gruppen wenden, leider haben Sie aber gerade diese Gruppen nur mit einem Halbsatz erwähnt. Über die zum Teil aufopferungsvolle Arbeit von Tierschützern könnten sie doch mal berichten, anstatt harmlose Touristen mit Drogenkurieren zu vergleichen, weil sie eine Flugpatenschaft für einen Hund übernehmen. Im übrigen ist es völlig rechtens, wenn ich einen geimpften und gechipten Hund aus einem EU-Urlaubsland mitnehme. Da müssen sie sich an diejenigen wenden, die die EU Richtlinien erlassen und nicht an die, die davon Gebrauch machen.

Pfleger



Unser Leserbrief bezueglich - Stern-Artikel Gefaehrliches Mitleid

Stern-Magazin
20459 Hamburg
Fax 040 / 37 03-56 31
E-mail: briefe@stern.de


Sehr geehrtes Stern-Team, sehr geehrter Herr Schmitz,

mit einigem Entsetzen haben wir Ihren Bericht "Gefaehrliches Mitleid" zum Thema Auslandstierschutz in der STERN-Ausgabe 51/2005 gelesen.

Ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich ehrlich um den Tierschutz im Ausland bemuehen, die viel Elend gesehen haben, persoenlichen Einsatz zeigen und trotz Enttaeuschungen und Entbehrungen sich auch nicht von derartigen Zeitungs-Artikeln beirren lassen.

Nicht nur, dass ihr Artikel sehr einseitig von den schwarzen Schafen im Tierschutz berichtet, einige Dinge sind schlichtweg falsch und beduerfen der Korrektur!

Laut Aussage von Dr. T. Naucke auf seiner Homepage www.leishmaniose.de liegt die Leishmaniose-Rate auf Mallorca nur bei 24-26%, auf Menorca scheint die Canine Leishmaniose gar nicht zu existieren, aber das sei nur am Rande erwaehnt. Uns wuerde allerdings die Quelle ihrer mit 60 % angegebenen Durchseuchungsrate interessieren.

Leishmaniose wird durch die Sandmuecke uebertragen. Uebertragungen von Tier zu Tier oder Tier zu Mensch wurden bisher nicht nachgewiesen! Jeder, der sich in suedliche Urlaubslaender begibt, setzt sich der Ansteckungsgefahr aus. Leishmaniose ist zwar nicht heilbar, aber heute doch recht gut behandelbar. Selbstverstaendlich sollte diese Krankheit sehr ernst genommen werden, aber mit solchen Falschaussagen Panik zu verbreiten ist sicherlich nicht der richtige Weg.

Genauere Informationen zur Thematik erhalten Sie sicherlich bei dem Verein Parasitus Ex e.V. (http://www.parasitus.com/), sowie u.a. auch auf der Homepage "Sandmuecken und Leishmaniose" von Dr. rer. nat. Torsten Naucke, Parasitologe: http://www.leishmaniose.de

Engagierte Tierschuetzer, die im Ausland unterstuetzen, muessen keine Tierquaelereien erfinden um auf die Traenendruese zu druecken. Sie sind tagtaeglich mit den schlimmsten Bildern der Realitaet konfrontiert. (ein paar solch trauriger Bilder sind beigefuegt). Sicherlich gibt es unserioes arbeitende Organisationen und Hundehaendler, dieses muss selbstverstaendlich unterbunden werden. Serioese Tierschuetzer zahlen drauf (Impfung/tieraertzliche Untersuchung des Auslandtieres im
Heimatland, Test auf Mittelmeerkrankheiten, Blutuntersuchungen - welche einen positiven Titer bescheinigen - Einfuhr nach Deutschland, Unterbringung in einer Quarantaene, nochmalige tieraerztliche Untersuchungen, erst dann Vermittlung in Endstelle) - und das gerne, weil es ihnen um die Tiere geht und nicht um ein Geschaeft!

Und die so wichtigen und unentbehrlichen Flugpaten als "Drogenkuriere" zu bezeichnen ist BILD-Niveau und reisserische Presse, aber keine gut recherchierte journalistische Arbeit.

Sicherlich ist es erstrebenswert und richtig, die Tiere vor Ort zu belassen und ihnen dort zu helfen, so sollte Auslandstierschutz sein. Aber ihr Bericht stempelt alle ab, die ehrlich helfen. Schlimmer noch, mit ihrem einseitigem Bericht erschweren Sie diese Arbeit zusaetzlich noch, weil sie serioesen Helfern den Stempel "gewissenlose Hundehaendler" aufdruecken!

Mit freundlichen Gruessen
Private Tierschutz-Interessengemeinschaft
"Schattenhunde"
info@schattenhunde.de
http://www.schattenhunde.de


Fenster schliessen