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Tierschutz
- ein Anliegen für eine neue Generation
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Sie lernen schon früh, dass Tiere - vor allem
Straßentiere - nichts wert sind.
Der Anblick der heimatlosen Streuner ist ihnen von
frühester Kindheit an vertraut, ebenso wie
der rüde Umgang mit ihnen. Sie sehen wie die
Erwachsenen nach ihnen treten, sie mit Steinen bewerfen
oder sogar mit Schrotflinten auf sie zielen. Sie
sehen die staatlichen Hundefänger mit den Würgeschlingen,
hören das Schreien der halberdrosselten Tiere
und stellen fest, dass niemand sich über diese
Vorkommnisse aufregt, dass sie als selbstverständlich
und nicht beachtenswert angesehen werden. Die Folgen
sind nahe liegend.
Schon die kleinen Jungen zielen mit Steinschleudern
auf Welpen, Steine fliegen auf jedweden Vierbeiner,
es wird getreten und selbst vor brutalsten Übergriffen,
wie das Strangulieren eines Streuners, nicht Halt
gemacht. Die Großen machen es ja vor; und
an ihnen orientiert man sich.
Wir sprechen von Bulgariens Kindern.
Dr. Erika Gartmann von
der Universität zu Marburg schreibt in ihrem
Buch: "Die Notwendigkeit einer neuen Mensch-Tier-Beziehung
- zur Begründung der wahren Humanität"
unter anderem: "Indem wir Tiere töten,
bringen wir Kindern bei, dass nicht jedes Leben
gleichviel wert ist. Darin liegen die Wurzeln
des Faschismus. Die Traumatisierung der Kinder
durch Gewalt am Tier, die sie unter dem Vorzeichen
der Normalität erfahren, hat verheerende
Folgen für die Kinder. Das Kind verliert
die Fähigkeit zum Mitgefühl und ist
ständig zwischen der Identifikation mit Täter
und Opfer hin- und hergerissen."
Wenn wir erreichen wollen, dass eine grundlegende
Wandlung in der Beziehung Mensch und Tier, insbesondere
Mensch und Streunertier, stattfindet, dann müssen
wir bei der jungen Generation ansetzen, denn hier
ist noch ausreichend Potential an natürlichem
Empfinden und Mitgefühl vorhanden. Die meisten
Kinder lieben Tiere, sehen sie als ihre Freunde
an und für viele Kinder ist ihr Hund ihr
einziger Freund. (Siehe hierzu den Aufsatz der
Schülerin Pavlet
Vesselinova Nikolova aus der 7. Klasse Geo-Milev-Schule)
Diese Vorstellung hat uns bereits vor einiger
Zeit auf den Gedanken gebracht mit Schulen Kontakt
aufzunehmen, um dort Projekte rund um den Tierschutz
anzuregen.
Die Geo-Milev-Schule,
Varnas größte Oberschule, reagierte
positiv auf diese Idee und übersandte uns
bereits ein Script, auf dem die Gründung
eines Schüler-Clubs mit dem Schwerpunkt Tierschutzarbeit,
ausgearbeitet ist. Wir wollen hierzu etliches
an Unterrichtsmaterialen beisteuern, die Finanzierung
einiger Dozentenstunden für die Arbeitsgemeinschaften
übernehmen und überlegen, was sich an
technischem Gerät, eventuell durch Spenden,
anschaffen lässt. Gewünscht werden ein
Overhead-Projektor, ein Laptop, ein Beamer, mit
dem sich direkt aus dem PC Bildinformationen an
die Tafelwand projizieren lassen, und vielleicht
eine Digitalkamera.
Was sich davon realisieren lässt muss abgewartet
werden. Denkbar und wünschenswert wäre
auch ein Schüleraustausch unter dem Aspekt
des Tierschutzes.
Jedenfalls sehen wir in dem Bestreben der Pädagogen,
dem Tierschutz eine besondere Stellung im Unterricht
einzuräumen, einen ersten und besonders positiv
zu bewertenden Schritt, in Hinblick auf eine neue
Wertigkeit im Umgang mit unseren Mitgeschöpfen,
den wir unbedingt unterstützen werden.
Bulgariens Kinder sind Bulgariens Erwachsene von
Morgen.
Wer, wenn nicht sie, sollte denn ein neues Kapitel
aufschlagen, in dem die Massenvernichtung der
Straßentiere und die beispiellosen Grausamkeiten
gegen sie, einmal der Vergangenheit angehören
könnten?
Dabei wollen und müssen wir ihnen helfen.
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