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Du bist zeitlebens
für das verantwortlich was Du Dir vertraut
gemacht hast |

Im August präsentiert sich Nelson mit
neuer Frisur, einem modischen Standlook.
Die letzten Haartransplantationen waren
also sehr erfolgreich. Auch sonst gibt es
wieder Positives zu berichten, nämlich,
dass er nun auch seinem Herrchen, dem er
bislang immer noch ängstlich begegnete,
beginnt Vertrauen zu schenken. Wunderbar!
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Warum
bekam Nelson neue Haare?
Nelsons Besitzerin nimmt hier zum Gästebucheintrag
vom 8.8.05 Stellung, in dem die Notwendigkeit
der Transplantationen in Frage gestellt und kritisiert
wurde. Wir denken auch, dass es wichtig ist, dass
jeder, der an seinem Schicksal Anteil nimmt
und das sind sehr viele, wie wir wissen
darüber informiert wird, was gemacht wird
und warum. Es ging und geht nicht um Schönheitsoperationen;
aus diesem Grund würde niemand diesen Hund
der Anstrengung aussetzen; und es wäre
mit Verlaub gesagt auch ein außerordentlich
kostspieliges Vergnügen, nicht
zuletzt auch verbunden mit einer Fahrt von 1000
km hin und zurück, die keiner nur so zum
Spaß macht. Wir hoffen, dass hiermit Unklarheiten
beseitigt werden können.
Die DB-Tierhilfe
Zum einen war dies keine Haartransplantation;
was gemacht wurde war eine Haarwurzelimplantation.
Es ging in erster Linie nicht darum, dass wieder
Haare wachsen, in erster Linie sollte bzw. war
es notwendig, dass sich frische funktionsfähige
Haut auf seinem Kopf vermehrt. Da diese Stellen
aus dem Nackenbereich stammen, ist es nur allzu
logisch, dass wieder Haare wachsen, was zum einen
aber auch sehr sinnvoll ist (aus welchem Grund,
darauf komme ich später zu sprechen!).
Sie haben schon Recht, Nelson hat in seinem Leben
schon sehr sehr viel ertragen müssen und
gerade deshalb darf er sich in seinem jetzigen
Leben wie ein "normaler Hund" verhalten.
Wenn Sie meine Briefe bisher genau gelesen haben,
wissen Sie wovon ich spreche. Nelson hat es -
als wir ihn zu uns nahmen- nicht sehr einfach
gehabt beim Zusammentreffen mit anderen Hunden
und Menschen. Komme ich erst einmal auf die anderen
Hunde zu sprechen: nicht nur, dass er rein gar
kein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen hatte,
war es auch für andere Hunde anfangs sehr
schwer auf ihn zuzugehen da ihm ein entscheidender
Teil der Mimik fehlt und die ist nun mal sehr
wichtig was Kommunikation mit anderen Hunden angeht.
(Eigentlich sollte jedem klar sein, dass sich
ein erwachsener Rüde eigentlich keinem Junghund
bzw. Welpen anpasst. Eiko, mein anderer Hund war
damals 9 Monate, als Nelson kam, daran war auch
zu erkennen, wie sehr man ihn gebrochen hat).
Mittlerweile ist Nelson so weit, dass ER das Rudel
übernimmt, was für Eiko selbstverständlich
ist, da er der Jüngere ist. Wissen Sie, was
das für ein gewaltiger Schritt für Nelson
ist, dieses Selbstbewusstsein wiederzuerlangen?
Und das war sicherlich ein wesentlicher Punkt,
dass er alles so erleben durfte wie jeder andere,
er durfte sich behaupten, er durfte spielerisch
seine Rangordnung ausmachen, ich habe ihn vor
nichts zurückgehalten. Ohne die Implantationen
hatte er dadurch häufig kleinere Verletzungen
gehabt, nichts dramatisches, aber es waren Verletzungen,
die man eincremen musste und trotzdem auch beobachten
musste. Jede Verletzung ist nun mal ernst zu nehmen.
Ich möchte Ihnen sagen, dass Nelson seit
der OP KEINE Verletzung mehr
hatte und ich kann Ihnen versichern, er kann im
Spiel mit anderen ein kleiner Wüstling sein.
Ich glaube, auch Sie können keinem Hund beibringen
"ruhig" zu spielen!
Ich denke, ich muss keinem der Ahnung von Hunden
hat erzählen, wie interessant ein Hund für
andere Hunde ist, wenn er eine Kopfbedeckung hat,
bzw. ist nicht der Hund ist wichtig sondern nur
die Kopfbedeckung; demnach muss ich wohl nicht
viel erzählen wie groß die Gefahr der
Verletzung ist, wenn einige Hunde daran rumziehen
und zerren würden, zumal Nelson auch durch
die Mütze oder sonstiges gemerkt hat, dass
er anders war, er war nicht er selbst und hat
sich absolut nicht wohl gefühlt damit(wenn
man seinen Hund kennt dann merkt man das).
Bitte glauben Sie nicht, dass ich es über
diesen Weg nicht versucht habe, ich habe sicherlich
8 Mützen und einige Schals und Tücher
verbraucht. (Es sind soviel geworden, da auch
keins richtig gepasst hat, da ihm ja die Ohren
zum Fixieren fehlen). Dann gab es auch das Zusammentreffen
mit Menschen: Eigentlich waren immer alle geschockt,
was ja auch kein Wunder ist, wenn man Nelly sieht.
Das Problem an der Sache ist nur, dass Nelson
das mitbekommt, die Reaktionen der anderen, und
das machte die Sache nicht gerade einfacher. Wo
er doch so lustig ist, hat er die Reaktion nicht
verstanden, es ist halt nicht einfach
für viele, ihn nicht nur auf seinen Kopf
zu reduzieren. Natürlich gibt es heute immer
noch Menschen die fassungslos sind, aber ich habe
schon so lange nicht mehr Menschen beim Spaziergang
erlebt, die richtig geschockt waren. Und das Verhalten
überträgt sich natürlich sehr auf
Nelson; Menschen lachen mit ihm und er hat weniger
Probleme auf sie zuzugehen!
Ich würde noch gerne auf den letzten Punkt
zu sprechen kommen, dass Nelson nicht glücklich
aussieht... Ich weiß nicht wie vielen Leuten
bekannt ist, dass er das rechte Auge nicht schließen
kann. Er hat dadurch für Menschen, die ihn
nicht kennen, immer etwas Ängstliches im
Blick und dann kommt hinzu, dass keiner die ganze
Wahrheit kennt über seine Vergangenheit.
Nelson war es von Anfang an nicht geheuer, wenn
er die Kamera gesehen hat, irgendwie muss ihn
das an irgendwas erinnern, denn ich hatte immer
den Eindruck bei ihm, dass er mit ihm bekannten
Sachen nicht so große Probleme hat. Es gab
und gibt immer noch Momente, wo ihn die Kamera
mehr stört und dann auch wieder weniger.
Klar, im Haus selber reagiert er auf viele Sachen
anders, als draußen. Aber da so viele liebe
Menschen Anteil an seinem Schicksal genommen haben,
sind wir -und da bin ich mir sicher, dass ich
für Nelly mitreden kann- es allen schuldig,
dass sie auf dem Laufenden gehalten werden, wie
es ihm geht und dass ist natürlich mit Bildern
schöner!
Ich weiß, Nelson wird solange er lebt -
und auch noch darüber hinaus- immer ein Streitthema
bleiben, jedenfalls bei sehr sehr vielen Menschen;
aber die Reaktion die wir mitbekommen, sei es,
dass ihn alle durch seine Fröhlichkeit lieben
oder dass auch viele ihre Meinung bis zum heutigen
Tag geändert haben- nämlich dass er
wirklich leben will, und so eine große Lebensfreude
ausstrahlt-, dass sich alle einig sind, dass dieser
Hund keine Schmerzen hat und ein Recht auf Leben
hat wie jeder andere Hund. Diese Reaktionen sind
beeindruckend und geben mir Recht, dass ich bis
zum heutigen Tag bei dieser kleinen Seele alles
richtig gemacht habe, und dann lassen mich auch
solche Reaktionen ganz kalt, wie die in dem Brief,
denn die letzte die meinem Hund etwas zumutet
bin ich! Und Nelson dankt es mir jeden Tag...
Lassen Sie mich noch erwähnen, dass alles
rein medizinisch war, Nelson ist ein schöner
Hund auch ohne Ohren und Haare. Man hat mich schon
angesprochen, ob weitere
Implantationen folgen, da die Haare noch nicht
den kompletten Kopf bedecken und da ist meine
Antwort grundsätzlich, dass es nicht Sinn
der Sache ist möglichst viele Haare auf dem
Kopf zu haben, ich habe das erreicht was ich mir
für Nelson gewünscht habe: Er hat keine
Verletzungen mehr!
Sollte mir jemand noch gerne persönlich seine
Meinung dazu sagen wollen, kann man das gerne
tun unter der e-mail adresse : silke_schnoelzer@msn.com
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