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Fido
Es muss Herzen geben,
welche die Tiefe unseres Wesens kennen
und auf uns schwören, selbst wenn
die ganze Welt uns verlässt.
Karl Ferdinand Gutzkow
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Er hätte ein eigenes Zuhause haben können:
ein Haus zum Bewachen, einen Garten zum Herumstromern,
gutwillige Menschen, die ihn nicht an die Kette
legen wollten, einen Herrn, der seiner ansichtig
wurde und von allen Hunden, die um ihn herumscharwenzelten,
nur ihn wollte - es schien ein ausgemachter Glückstreffer
für ihn zu sein.
Er wurde in das gepflegte Auto gesetzt, neben
die junge Tochter, die freundlich auf ihn einredete,
und von seinen Gefährten, von denen der ein
oder andere sicher gern seinen Platz eingenommen
hätte, am Tor gebührend verabschiedet
- und heute, sechs Tage später, stand er
wieder vor genau diesem Tor und begehrte Einlass.
Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass
er zu denen gehörte, die Losenetz schon als
Tötungsstation kennen gelernt hatten. Er
saß, zusammen mit Sila und den anderen im
Todeszwinger, aus dem er im April 06 befreit wurde.
Die Rede ist von dem jungen Dobermann-Mix, mit
der eigenwilligen grau-weißen Färbung,
der - wie seltsam, wie treffend, wie zufällig?
- den Namen Fido - Treue - erhielt, dessen sich
würdig zu erweisen er auf ebenso ungewöhnliche
und nachdrücklichste Weise unter Beweis stellte
wie seine Intelligenz. Er war mit dem Auto fortgebracht
worden, in einen Außenbezirk Sofias, den
er nicht kannte, aber er fand den Weg zurück,
durch den brausenden Verkehr der Millionenstadt,
auch vorbei an den immer noch amtierenden Hundefängern,
bis hin zu dem abgelegenen Waldstück, dass
nicht einmal die Taxifahrer kennen, und das nun
seine Heimat ist und bleiben wird: Losenetz -
Nadeshda, seine Hoffnung, sein Zuhause, der einzige
Ort, an dem er offenbar sein will.
Willkommen Daheim Fido!
Fido wird von Mitarbeiterin Mira zum Auto getragen...

... und verabschiedet.

Eine hervorragende Schnüffelnase und ebensolche
Intelligenz: Fido hat sich nach Hause durchgeschlagen
- zurück nach Losenetz-Nadeshda!
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