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Liebe Tierfreunde!
Ausgelöst durch eine weitläufig
verteilte Mail der Tierhilfe Süden,
kommt es zur Zeit zu erheblichen Unsicherheiten
und wir werden mit Fragen bestürmt.
Daher senden wir den Bericht vom
5.3.06 "Losenetz - der lange Weg durch
die Instanzen" - der auf unserer
Homepage steht, auf dem Wege des newsletters
nochmals zu Ihrer Kenntnis.
Einiges haben wir dem noch hinzuzufügen.
Die Behauptung, es werde bereits ein "neues,
größeres Todeslager außerhalb
Sofias gebaut" kann nicht als gesichert
gelten. Richtig ist, dass dieses Objekt
noch von Bürgermeister Sofianski als
Isolator projektiert wurde. Unser Vorsitzender
hat den Bauplatz besichtigt, da es unserem
Verein ebenfalls angeboten wurde, zusätzlich
zu Losenetz. Es handelt sich hier um einen
Rohbau, wie Sie auf den Fotos ersehen können.
Zum Fertigbauen fehlt das Geld, daher das
Angebot an uns. Daraus ist zu folgern, dass
es nicht mehr als Todeslager in der Planung
steht, denn dass wir es als solches nicht
betreiben würden ist in Sofia jedem
klar. Ob und wie und wann der Bau überhaupt
vollendet wird und was dann damit geschehen
soll, kann seriöserweise zur Zeit wirklich
niemand definitiv wissen und auch nicht
als Wahrheit verkünden.
Dass Frau Christa Schechtl unterstellt wird,
durch die Verbreitung von falschen Tatsachen
Gelder sammeln zu wollen, halten wir für
ein bedenkliches Vorgehen. Frau Schechtl
ist nicht nur Journalistin, sondern auch
eine engagierte und uneigennützige
Tierschützerin, die schon viel geleistet
und auch erreicht hat und zwar ohne fragwürdige
Methoden. Als der Artikel geschrieben wurde
befand sie sich in genau dem Wissenstand,
den sie zum damaligen Zeitpunkt als gültig
betrachten konnte. Sie wusste von unserer
schriftlichen Vereinbarung mit dem Bürgermeister
und dem zugesagten Termin, nämlich
dem 1. Februar und sie hatte selbst mit
Herrn Borissov gesprochen.
Was die Vorgänge in Losenetz selbst
angeht, können wir darüber nicht
mehr sagen als bisher. Wir haben 32 Hunde
herausgeholt, deren Tötung terminiert
war. Inwieweit Tötungen fortgeführt
werden, können wir nicht mit Gewissheit
sagen oder wissen.
Aber selbstverständlich befinden sich
die bisherigen "Mitarbeiter" noch
" im Amt"; genau an diesem Punkt
gibt es doch die Schwierigkeiten, weil wir
diese Leute nicht haben wollen! Aber wir
wissen auch, dass sich ein Großteil
der Mannschaft, nicht nur der Objektleiter,
im Krankenstand befindet, was nicht darauf
schließen lässt, dass die "Arbeit"
in der gewohnten Größenordnung
fortgeführt werden kann.
Am Freitag vergangener Woche hat der stellvertretende
Bürgermeister Mihailov im Fernsehen
öffentlich folgendes erklärt:
"Es gibt 4 Organisationen (gemeint
sind gemeinnützige Vereine), die bereits
Angebote zur Übernahme von Kastrationen
der Straßenhunde unterbreitet haben.
Der Verein "Deutsch-Bulgarische
Straßentier-Nothilfe e.V." hat
die Übernahme des bisherigen Isolators
Losenetz sowie die erforderlichen Kosten
für den Umbau und das Betreiben angeboten.
Man will den genannten Organisationen auch
andere Objekte bzw. Flächen anbieten.
Das Ministerium für Landwirtschaft
und das Nationale Veterinärwesen werden
um Unterstützung der Massenkastrationen
der Straßenhunde ersucht."
Milor Mihailov war bislang im Stadtparlament
der entschiedenste Gegner der Straßenhunde
und hat sich vehement gegen jede Möglichkeit
gestemmt, anders zu verfahren als bisher.
Dass ausgerechnet er nun den Bürgern
von Kastrationen erzählt, dürfte
ebenso viel an Gewicht haben, wie die Tatsache,
dass er uns als einzige Organisation namentlich
erwähnte, nämlich in Hinsicht
auf die Übernahme von Losenetz!
Liebe Tierfreunde, wir wünschten wirklich,
Ihnen endlich erfreulichere Nachrichten
schicken zu können. Es liegt nicht
an uns und wir tun was wir können,
auch wenn dieser Nervenkrieg uns nicht ungerupft
lässt. Allerdings haben wir zwei Männer
vor Ort, die sich auskennen: unser Vorsitzender
ist gebürtiger Bulgare und kennt seine
Landsleute. Unser zweiter Vorsitzender ist
deutscher Tierarzt, lebt seit 30 Jahren
dort, hat in Veliko Tarnovo lange Zeit als
Leiter des Veterinärinstitutes gearbeitet,
kennt ebenfalls die Mentalität und
spricht die Sprache fließend.
Keiner der beiden braucht bei den Verhandlungen
einen Dolmetscher. Sie wissen worüber
gesprochen wird. Und sie hören auch,
was zwischen den Zeilen gesprochen wird.
Ihr db-Team
14.3.06


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